Zeitungsberichte aus Michaelnbach

im Jahre 1817

Vaterländische Blätter 28. Mai 1817

Eine erfreuliche Erscheinung im Gebiethe der Tonkunst ist die Komposition des hoffnungsvollen Stift St. Peterschen Musikers, Wolfgang Joseph Lanz- Eine seiner gelungensten Proben lieferte er unlängst mit der Cantate zum Wahltag des hoch w. Hrn. Prälaten von St. Peter, gedichtet von dem k. k. Hrn. Professor, Joh. Peter Hölzl. Lanz wurde zu Michaelnbach im k. k. Hausruckviertel am 20. Jänner 1797 geboren. Als Sohn eines Schullehrers hatte er schon in frühester Jugend Gelegenheit und Aufmunterung genug, sich in musikalischer Hinsicht anzuregen. Weitere Vervollkommnung eignete er sich in Grießkirchen bey dem dortigen Schullehrer, Hrn. Fischer, an, obwohl er seine bereits erworbenen Kenntnisse im Gebiethe der Harmonie größten Theils seinem eigenen, unermüdeten Fleiße, seinem angestrengten Studium musikalischer Werke und seiner steten Übung zu danken hat. Am 24. März 1815 trat er im Stifte St. Peter dahier als erster Violinist ein, und erwarb sich von diesem Zeitpunkte an durch sein Violin- und treffliches Flötenspiel, besonders aber durch seine sehr gelungenen musikalischen Compositionen den Beyfall der Kenner. Mit bewundernswürdiger Fertigkeit behandelt er auch den Flügel und alle blasenden Instrumente. Sein Styl in der Composition drückt vorzüglich den Geist des Großen und Heroischen aus. Solch einem rühmlichen Auskeimen und Streben ist sowohl die möglichste Unterstützung und Gelegenheit zum Vollendeten zu wünschen.

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