Zeitungsberichte aus Michaelnbach

im Jahre 1885

 (Linzer) Tages-Post 27. März 1885

Waizenkirchen, 24. März. Bei dem heute stattgehabten Pferdemarkte mit Prämienvertheilung, der sowohl von Pferdebesitzern als auch insbesondere von Händlern aus Wien und Baiern gut besucht war, wurden folgende Herren mit Prämien bedacht: Für zweijährige Pferde: Radwallner in Krumbach, Pfarre Michaelnbach für eine Tiger-Stute.;

Linzer Volksblatt 10. Mai 1885

Wahl-Aufruf. - Katholische Männern, welche Gott geben, was Gottes ist, und dem Kaiser, was der Kaisers ist, welche die Fahne der Religion und die Fahne Oesterreichs hochhalten — diesen können wir vertrauen  — diese nur können Gutes schaffen. So wollen wir zu den Wahlen gehen! Wählet also! — Wählet Alle, die wahlberechtigt sind. Diese Wahl ist wichtiger als jedes andere Geschäft! auf jede Stimme kommt es an! Eine Stimme gibt oft den Ausschlag, manchmal nicht blos für eine Wahl, sondern für eine Entscheidung, die das ganze Reich, die alle Völker für lange Zeit trifft. Wählet gewissenhaft ohne Furcht und menschliche Rücksichten! Jeder ist dafür verantwortlich auch vor Gott. — Vereiniget euch über die Wahl der Wahlmänner und wählet einig und einstimmig. Durch Zersplitterung der Stimmen hilft man nur den Gegnern. Wählet durch Thaten erprobte Männer als Abgeordnete, welche das katholisch-conservative Wahl-Comite in Vorschlag bringen wird. Wenn wir unsere Pflicht gewissenhaft erfüllen, so wird auch Gott mit uns sein und uns zum Siege führen. Wählen wir nach unserem Wahlspruch: Mit Gott, für unseren Glauben, für Kaiser und Vaterland!
·  Michaelnbach: Josef Kaltenböck. Johann Aichinger, Michael Lehner, Josef Lehner, Franz Beham, Leopold Kaltenböck, Josef Lindmayr und Franz Lindmayr.
·  St. Thomas: Michael Putz, Pfarrer, Josef Dopler Gemeindevorstand, Johann Kaltenböck, Michael Jungreitmair, Anton Loipetseder, Mathias Wörister, Josef Roither, Franz Listberger, Simon Huemer, Peter Roither, Johann Kapsammer, Anton Zaininger, Peter Wildfellner, Leopold Giglleithner, Josef Huemer.

Linzer Volksblatt 21. Mai 1885

Telegramme des „Linzer Volkblatt." Bei der Wahlmännerwahl am 20. Mai wurden in Michaelnbach 3 Conservative. gewählt(Bravo! D. R.)

Linzer Volksblatt 29. Juli 1885

Brand. Gestern brannte das Mayrgut zu Schmidgraben Gemeinde Michaelnbach mit eingebrachter Fechsung total ab. Ein Roß, ein paar Stück Rind und einige Schweine sind ebenfalls zu Grunde gegangen.

(Linzer) Tages-Post 29. Juli 1885

Brand. Aus Grieskirchen wird uns Mittwoch dem 27. d. geschrieben: Gestern nachts 10 Uhr brannte das dem Matthäus Greinegger gehörige Mayrgut zu Schmiedgraben, eines der größten Bauernhöfe der Umgebung, ab. Sämmtliche Oekonomiegeräthe, dann ein Pferd, 2 Ochsen und 3 Schweine und die ganze bis jetzt eingebrachte heurige Ernte verbrannten. Auch ein Menschenleben ist zu beklagen, indem der 70jährige Einleger Paul N. in den Flammen seinen Tod fand. Anwesend am Brandorte waren die Gemeinde-Feuerspritzen von Pollham und Michaelnbach, der Landtrain der Feuerwehr Grieskirchen mit der ausgezeichneten neuen Fahrspritze, und auf kurze Zeit eine Abtheilung der Feuerwehr Weizenkirchen, diese jedoch ohne Spritze.

Steyrer Zeitung 30. Juli 1885

Brände. Am 26. ds. brannte in der Gemeinde Michaelnbach das Mayrgut zu Schmidgraben mit der bereits eingebrachten Fechsung total ab. Hiebei verbrannte ein Einleger aus Polham, welcher im Stadl schlief. Auch 2 Pferde, mehrere Ochsen und einige Schweine gingen dabei zu Grunde.

(Linzer) Tages-Post 7. August 1885

Brand. Aus Peuerbach wird uns unterm 5. d. geschrieben: Kurz nach 4 Uhr nachmittags wurde unsere Feuerwehr ob eines in der Gegend von Niederspaigen sichtbaren Brandes alarmiert und rückte der Landtrain sofort dahin ab. In Niederspaigen angelangt, wurde die Wahrnehmung gemacht, daß das Brunergut zu Grub, Pfarre Michaelnbach, bereits ganz niedergebrannt ist, weshalb der Feuerwehr wegen der noch bedeutenden Entfernung ein erfolgreiches Eingreifen nicht mehr in Aussicht stand und dieselbe wieder nach Hause fuhr.

(Linzer) Tages-Post 8. August 1885

Brände. Mittwoch den 5. d. M. um 1/2 5 Uhr nachmittags bei einem schwachen Wetter schlug der Blitz in das dem N. Huemer gehörige Brunnerhaus in Grub bei Michaelnbach und setzte das Haus in Brand, welches bis auf den gemauerten Hausstock niederbrannte, so daß die ganze heurige Fechsung ein Raub der Flammen wurde und außerdem infolge Erstickung 3 Stück Rinder zugrunde giengen. In Mitleidenschaft wird die Michaelnbacher Bauern-Assecuranz durch Zahlung einer Versicherungssumme von 1000 fl. an den Abgebrannten gezogen Der Schade dürfte sich auf 4- bis 5000 fl. beziffern. Von Feuerwehren waren am Brandplatze jene von Michaelnbach und die von Weizenkirchen erschienen.

Linzer Volksblatt 8. August 1885

Eingesendet aus Waizenkirchen. Brand des Mayrgutes im Schmiedgraben und der Feuerwehrhauptmann in Waizenkirchen. Wie bekannt, brannte am 26. Juli gegen 10 Uhr abends das Mayrgut in Schmiedgraben, Pfarre Michaelnbach, ab. Da dasselbe wie schon der Name sagt, in einem — und zwar tiefen Graben liegt, so war die Entfernung des Brandes so schwer zu beurtheilen, daß selbst die Michaelnbacher keinen Feueralarm machten und sich nur zaudernd entschlossen, mit der Spritze abzufahren und daß viele Michaelnbacher, darunter der Herr Gemeinde-Vorsteher, erst am andern Tage erfuhren, daß das Feuer in der eigenen Gemeinde war.

In Waizenkirchen sah man das Feuer, doch, obwohl der Brand nur auf anderthalb Stunden entfernt war, herrschte die Ansicht daß dahin gegen 3 Stunden seien. Indeß stieß die Feuerwehr ins Horn, die Spritze wurde bespannt. Da ließ der Feuerwehrhauptmann-Stellvertreter, der von einer Höhe aus den Brand beobachtet hatte, durch den Gemeindediener melden, es solle das Blasen eingestellt werden und durch den selben ließ er dem Herrn Gemeinderathe im Markte, dem Uhrmacher Konrad, sagen er solle das Ausfahren der Feuerspritze nicht gestatten, damit nicht unnütze Auslagen gemacht werden, der Brand sei zu weit entfernt. Der Herr Gemeinderath handelte danach.

Was hat denn aber ein Gemeinderath der freiwillgen Feuerwehr zu verbieten? Nach den Statuten, die sich im Jahre 1875 die Feuerwehr selbst gegeben hat, darf dieselbe mit den Geräthschaften in eine auswärtige Gemeinde nicht abfahren ohne Einvernehmen mit dem Bürgermeister. ! Den Bürgermeister aber, der etwas entfernt vom Markte  wohnt, vertritt in allen Fällen, die einer plötzlichen Entscheidung bedürfen, der zunächst wohnende Gemeinderath, also der im Markte. So wurde es immer gehalten; so ists hier Jedermann bekannt; so fand es auch bei den k. k. Behörden nie den geringsten Anstand. Nur zeitweilig, so lange er nämlich selbst Feuerwehrhauptmann war, konnte Herr Konrad für den Fall eines Brandes nicht entscheiden; da wurden zu diesem Zwecke zu Stellvertretern des Bürgermeisters Gemeindeausschüsse im Markt ernannt. Somit hatte Herr Konrad das volle Recht, das Ausfahren mit der Spritze zu verbieten, und eventuell die Bestreitung der Bespannungskosten von Seite der Gemeinde zu verweigern. Der Herr Hauptmann aber, anstatt sich mit dem Gemeinderathe ins Einvernehmen zu setzen, setzte sich ans die Spritze, wo er umgeben von der Mannschaft beim nächtlichen Dunkel nicht erkennbar war, und machte sich erst bemerkbar mit dem Ausrufe: Wer ist Commandant? Wenn die Gemeinde nicht zahlt, so zahlen wir, rief es von der Spritze her. Und so fuhr der Hauptmann fort, eine halbe Stunde weit, wo er nun doch das widerwillige Opfer des Irrthums wurde, daß der Brand weit weg sei — wenigsten noch zwei Stunden, sagten die Begegnenden. So kam die Spritze unverrichteter Sache bei Zeiten wieder heim. Das Zerwürfniß aber war geschehen, der Hauptmann hatte nicht beachtet, was er zu beachten schuldig war. Was hätte der Hauptmann nun thun sollen? Entweder sein Vorgehen mit seinem Diensteifer zu entschuldigen, und alles wäre beigelegt gewesen; oder, wenn er sich beeinträchtigt fühlte, sich gehörigen Ortes beschweren.

Was aber hat er gethan? Er ging zu einem übelwollenden Rathgeber und dieser machte ihm alsbald für „Tagespost" und „Welser Anzeiger" einen mehrfach unwahren, beleidigenden Artikel gegen Herrn Konrad. Und diesen unterfertigte der Hauptmann mit: „Das Feuerwehr - Commando", als wären auch die übrigen Mitglieder der Vorstehung an diesem ordnungswidrigen Schritte betheiliget. Er hätte noch Zeit gehabt, eines besseren sich zu besinnen, da der Herr Bürgermeister in Begleitung des ersten Herrn Gemeinderathes sich Herabgelassen hatte, den jungen Herrn im eigenen Hause zu besuchen und ihm in gewohnter Milde den Standpunct klar zu machen; doch der Artikel wird halt schon fertig gewesen sein und so erschien er denn auch wenige Tage darnach in der „Tagespost" Nr. 174, und im „Welser Anzeiger" Nr. 31. Dies der objective Sachverhalt. Weil in dem Artikel der genannten Blätter so verächtlich mit dem „Uhrmacher Konrad" hin- und hergeworfen wird, so müssen wir auch sagen, wer der Feuerwehrhauptmann ist und wie er heißt; er ist, wir vermelden dieses aber mit Respect: der k. k. Postmeister und heißen thut er: Wieshofer. Daß es den Weizenkirchnern nicht der Mühe werth gewesen sei, am Brandplatze zu eischeinen, oder daß es ihnen an Opferwilligkeit gefehlt habe für verunglückte Bauern in der Nachbargemeinde Michaelnbach, diese Meinung hat kein Michaelnbacher.

Michaelnbach und Waizenkirchen kennen sich schon länger und haben sich im Unglück gegenseitig nie im Stiche gelassen. Da es nun aber schon einmal so weit gekommen ist, daß uns zur Steuer der Wahrheit die Feder in die Hand gezwungen wurde, so wollen wir auch eines Stückleins Erwähnung thun, das sich in diesem Winter zugetragen hat. Am Sonntag vor der Fasten war es, daß in Langstögen in der Nachbarsgemeinde Prambachkirchen ein Brand entstand. Der Frühgottesdienst war zu Ende, die Leute gingen aus der Kirche, und der Feuerwehrhauptmann-Stellvertreter trat zum Herrn Gemeinderath Konrad hin und sprach : Es heißt, daß es in Langstögen brennt; sollen wir fortfahren oder nicht? Darauf Herr Konrad: Es versteht sich von selbst, daß, wenn es in Langstögen brennt, sogleich fortgefahren wird. Und es wurde fortgefahren. Als Spritze und Mannschaft auf dem Pfarrerberg waren, stand auf einmal der Hauptmann da und schrie: Wer hat das Einspannen anbefohlen? Sogleich umkehren! Der Rosselenker aber erwiderte: Jetzt sind wir schon über dem Berge heraus, ich kehr nicht mehr um! Und Spritze und Mannschaft eilten fort, um den bedrängten Bauern in der Nachbarsgemeinde zu Hilfe zu kommen. So! Die Nutzanwendung auf das Vorige kann sich der geneigte und auch der ungeneigte Leser selber machen.

(Linzer) Tages-Post 8. August 1885

Brände. Mittwoch den 5. d. M. um ½ 5 Uhr nachmittags bei einem schwachen Wetter schlug der Blitz in das dem N. Hu einer gehörige Brunnerhaus in Grub bei Michaelnbach und setzte das Haus in Brand, welches bis auf den gemauerten Hausstock niederbrannte, so daß die ganze heurige Fechsung ein Raub der Flammen wurde und außerdem infolge Erstickung 3 Stück Rinder zugrunde giengen. In Mitleidenschaft wird die Michaelnbacher Bauern-Assekuranz durch Zahlung einer Versicherungssumme von 1000 fl. an den Abgebrannten gezogen Der Schade dürfte sich auf 4- bis 5000 fl. beziffern. Von Feuerwehren waren am Brandplatze jene von Michaelnbach und die von Waizenkirchen erschienen.

Linzer Volksblatt 11. September 1885

Linz, 10. September 1885. — Der Hochwürdigste Herr Bischof Ernest Maria wird nächsten Samstag früh von Gleink aus wieder in Linz eintreffen und Sonntag mittags die angekündigte Visitationsreise zunächst nach Heiligenberg mit der Bahn nach Grieskirchen, dann mit Wagen über Michaelnbach und Waizenkirchen antreten.

Steyrer Zeitung 13. September 1885

Der Hochwürdigste Herr Bischof von Linz ist heute (Samstag) früh 8 Uhr von Gleink über Steyr nach Linz zurückgekehrt, wird im dortigen Dome morgen früh 6 Uhr zwei Diakonen das hl. Sakrament der Priesterweihe ertheilen, und Mittags die (bereits von uns mittgetheilte) Visitations- und Firmungsreise nach Heiligenberg, Grieskirchen, Michaelnbach und Weizenkirchen antreten.

(Linzer) Tages-Post 18. November 1885

Brandlegung. Aus Weizenkirchen wird uns unter dem 16. d. M. geschrieben: Heute früh zwischen 5 und 6 Uhr brannte das Gehöfte des Kerschbaumergutsbesitzers in Schmiedgraben, Pfarre Michaelnbach, sammt allen Fruchtvorräthen und sämtlichem Vieh, darunter zwei Pferde, vollständig ab, so daß sich der Schade auf weit über 5000 fl. beziffern dürfte, dem eine Versicherung von 2000 fl., zahlbar von der Michaelnbacher Feuer-Assekuranz, gegenübersteht, welche aber schwerlich zur Auszahlung gelangen dürfte, nachdem gegründeter Verdacht vorliegt, daß der Besitzer selbst, namens Johann Lindinger, das Feuer gelegt hat und daher aus diesem Grunde auch bereits um die heutige Mittagsstunde von zwei Gendarmen des Postens Grieskirchen gefesselt in das Gefängnis des Bezirksgerichtes Weizenkirchen eingeliefert wurde. Da derselbe erst gestern in der Kanzlei des Herrn Notars in Weizenkirchen einen größeren Bettag, man spricht von 6000 fl., als Kaufpreisrate für das von ihm im heurigen Frühjahre erkaufte Gut hätte erlegen sollen, dies nicht geschehen ist und er somit auch sehr verschuldet sein soll, so liegt die Vermuthung auch sehr nahe, daß er, um sich gewissermaßen moralisch eine weitere Zahlungsfrist seitens seiner Gläubiger zu erzwingen, auch sein Anwesen selbst in Brand gesetzt hat.

(Neuigkeits) Welt Blatt 28. November 1885

Jagd des Mair in Schmiedgraben am 19. d.. Revier Michaelnbach. 97 Hasen, 5 Fasanen und 4 Rephühner.

 

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