Zeitungsberichte aus Michaelnbach

im Jahre 1897

Linzer Volksblatt 8. Januar 1897

Volksbewegung im Jahre 1896. — Michaelnbach: In unserer Pfarre kamen im verflossenen Jahre vor: 10 Trauungen, 39 Geburten, 24 Todesfälle; letztere waren also wenige, dagegen haben uns aber voriges Jahr lebend verlassen: Ein Pfarrer, zwei Cooperatoren und ein Schulleiter. Es war somit ein Wanderjahr.

Linzer Volksblatt 12. Januar 1897

Michaelnbach, 8. Jänner. (Ankunft des neuen Herrn Pfarrers.) Es gereicht der Pfarrgemeinde Michaelnbach zur eigenen Ehre, daß sie gestern ihrem neuen hochw. Herrn Pfarrer einen möglichst festlichen Empfang bereitete. Gemeindevertretung, Ortsschulrath und Armenrath, die Lehrerschaft mit der Schuljugend, die Feuerwehr mit Fahne und Musik und eine überallzahlreiche Volksmenge hatten sich außerhalb des Pfarrdorfes versammelt, um den neuen Pfarrherrn zu begrüßen. Es bewegte sich von da ein langer Zug zur Kirche, wo unser neuer Seelenhirt eine herzliche Ansprache hielt über des Friedenfürsten ewig schönen Gruß: „Der Friede sei mit euch." — Die Häuser hatten Flaggenschmuck und Kränzezier angelegt: alles war in festlicher Stimmung und einig in dem Wunsche: der Herr segne unsern neuen Herrn Pfarrer und seine Wirksamkeit.

Linzer Volksblatt 14. Januar 1897

Uttendorf im Innkreis, 12. Jänner. (Ehrung.) Gestern (Montag) traf aus Michaelnbach eine aus acht wackeren Männern bestehende Deputation in Uttendorf ein, um ihrem ehemaligen Herrn Pfarrer Michael Putz das Ehrenbürgerdiplom zu überreichen. Dieser feierliche Act vollzog sich abends in Herrn Ambergers Gastlocalitäten durch Herrn Bürgermeister von Michaelnbach und es hatten sich die Bewohner unseres Marktes äußerst zahlreich hiezu eingefunden, um Zeugen der Ehrung ihres hochw. Herrn Pfarrers zu sein. Die Liedertafel sorgte in exacter Weise für fröhliche Stimmung, während Toaste und Festreden reichlichst sich aneinander reihten. Das Diplom ist sehr geschmackvoll ausgeführt und trägt an den oberen Ecken je das Bild von Pfarrkirche und Pfarrhof von Michaelnbach.

Linzer Volksblatt 15. Januar 1897

Michaelnbach, 12. Jänner. (Frühlingsboten.) Das „Linzer Volksblatt" berichtet heute aus Arco, daß dort schon Schneeglöckchen und Primeln vorkommen, und zwar bereits auf bedeutenderen Höhen, was dahin gedeutet werde, daß heuer der Frühling auch in den nördlichen Gegenden bald einziehen werde. Kann nun berichten, daß auch hier dieser Tage bereits Schlüsselblumen gefunden wurden.

Neue Warte am Inn 16. Januar 1897

Michaelnbach, 11. Jänner. (Triduum,) Vom 3. - 6. Jänner d. Js. wurde in Michaelnbach vom hochw. Herrn Johann Sigel, einem Franziskaner ein Triduum zu Ehren des 6. Säkulums des gar heiligen Todes der - heiligen Margaretha von Kontona gehalten. Die Theilnahme von der Gemeinde und Umgebung war eine sehr rege. 500 empfingen die hochheiligen Sakramente. Möchten dort überall solche Triduum veranstaltet werden, wo III. Ordensgemeinden sind. Die Fürbitte der heiligen Margaretha würde sicherlich viele Gnaden den Gemeinden erflehen.

In Michaelnbach zog am 7. Jänner der neuernannte Herr Pfarrer Nöbauer ein. Der Empfang war ein herzlicher, ein großartiger, besonders erfreut ist Michaelnbach, daß ihnen der liebenswürdige und seeleneifrige Herr Sigel als Cooperator erhalten bleibt

Neue Warte am Inn 16. Januar 1897

Uttendorf, 13 Jänner. (Ehrung.) Die Gemeinde Michaelnbach hatte im September v. J. anläßlich der Ernennung ihres hochw. Herrn Pfarrers Michael Putz zum Pfarrer in Uttendorf-Helpfau, in Anerkennung seiner, sich um das Wohl der Gemeinde, der Restaurierung der Pfarrkirche und des Pfarrhofes u. s. w. erworbenen Verdienste, selben einstimmig zum Ehrenbürger ernannt. — Montag den 11. d. M traf nun von dort eine, aus acht wackeren Männern, mit ihren Herrn Bürgermeister an der Spitze, bestehende Deputation hier ein, um die Überreichung des Ehrenbürger Diplom zu besorgen, welche sich auch am selben Abend in Herrn Ainbergers Gastlokalitäten in feierlicher Weise vollzog. — Das äußerst zahlreiche Erscheinen der hiesigen Bevölkerung zu der würdigen Feier, gab Zeugnis genug, welch freudigen Antheil Alle an der Ehrung unseres hochw. Herrn Pfarrers nahmen. Von Simbach und Braunau waren gleichfalls Gäste erschienen. Die Liedertafel ließ unermüdlich in exakter Weise ihre fröhlichen Lieder erschallen, Toaste und Festreden kamen reichlichst zur Geltung, während auch durch mehrere humoristische Vorträge die Unterhaltung gewürzt wurde. Das Diplom ist sehr geschmackvoll ausgestattet und trägt an den oberen Ecken je das Bild der Pfarrkirche und des Pfarrhofes von Michaelnbach.

Linzer Volksblatt 19. Februar 1897

Wahlmännerwahlen.Michaelnbach, 17. Februar. Gemeinde Michaelnbach und St. Thomas: V. Curie: 4 Wahlmänner, conservativ. — Gemeinde Michaelnbach: IV. Curie (Landgemeinden) 3 Wahlmänner, conservatio.

Linzer Volksblatt 2. März 1897

Grieskirchen. (Pferdemarkt.) Bei dem am 25. d. abgehaltenen Pferdemarkte erhielten folgende Herren Pferdebesitzer Preise: Für zweijährige Pferde: 8. Josef Rabmayr, Ammerseder, Michaelnbach. 14. Mathias Sattelberger, Federbauer in Reichenau, Michaelnbach.

Linzer Volksblatt 13. März 1897 - Inserat

Offene Stellen. Ein Schmiedegehilfe findet als erster Feuerarbeiter in der Werkstätte landwirtschaftlicher Maschinen des Johann Hötzeneder in Michaelnbach bei Grieskirchen, Oberösterreich, dauernde Beschäftigung. Es wolle sich nur ein solcher melden, welcher von gut katholischer Gesinnung ist.

Linzer Volksblatt 20. März 1897

Eferding, 18. März. (Pferdemarkt.) Der heute stattgefundene Frühjahrs-Pferdemarkt wär von vortrefflichem Pferdemateriale beschickt. Es waren auch viele auswärtige Händler anwesend. Es hätte mehr gehandelt werden können und gestaltete sich der Besuch vielleicht auch infolge des in den ersten Vormittagsstunden anhaltenden schlechten Wetters nicht so rege wie im Vorjahre. Preise erhielten für zweijährige Pferde:8. 6 Kronen Preis M. Wagner, Hartmanseder, Schölmlahn, Gemeinde Michaelnbach. 14 Preis 2 Kronen: Math. Sattlberger,

Linzer Volksblatt 31. März 1897

Vom Clerus Herr Felix Brandstötter, Cooperator in Schardenberg, kommt als solcher nach Michaelnbach. — Herr Johann Sigl, Cooperator in Michaelnbach, wurde Provisor in Altenberg.

Linzer Volksblatt 1. April 1897

Michaelnbach, 29. März. (Feuerwehr.) Gestern fand hier in Wohlmayers Gasthaus die Jahresversammlung unserer freiwilligen Feuerwehr statt. Mitglieder und Freunde derselben hatten sich zahlreich eingefunden. Der Ortspfarrer, Hochw. Herr Nöbauer, sprach schöne Worte über den vielfachen Nutzen der Feuerwehren und forderte zu eifriger, allseitiger Unterstützung unseres Vereines auf. Es wurden die verschiedenen Vereins-Angelegenheiten erlediget und der Verwaltungs-Ausschuß wieder gewählt, worauf der Hauptmann, Herr Hendlmayr, die Versammlung passend schloss mit einem dreifachen Hoch auf Se. Majestät, dem „Vater und größten Unterstützer der Feuerwehren". Gut Heil!

Linzer Volksblatt 8. April 1897

Schardenberg. (Abschied.) Heute am 5. April verließ hochw. Herr Cooperator Felix Brandstötter Schardenberg, um seinen neuen Posten Michaelnbach anzutreten. Am Vorabende, als es galt, Abschied von dem Scheidenden zu nehmen, zeigte sich, welche Sympathie und Hochachtung sich Herr Cooperator während seines 4 ½ jährigen Wirkens in Schardenberg erworben hatte. Aus allen Theilen der Pfarre und Gemeinde, sowie aus Nachbarpfarren kamen Leute in großer Zahl, trotz der schlechten Witterung, herbei, um von dem allen lieb und theuer gewordenen Herrn Abschied zu nehmen, um mit ihm das letzte Stündlein beisammen zu sein. Aus all den Abschiedsworten leuchtete heraus, daß allen recht leid ist einen Priester zu verlieren, der viel Gutes in Kirche und Schule und Gemeinde wirkte.

(Linzer) Tages-Post 24. April 1897

(Ehrung.) Man schreibt uns aus Michaelnbach.  22. d. M.: Am 20. d. M. wurde in der Gemeinde Michaelnbach ein solennes Fest gefeiert. Es galt, den sehr geehrten und verdienstvollen Gemeindearzt. Herrn Heinrich Hamann, zu ehren. Die Gemeindevertretung von Michaelnbach ernannte Herrn Heinrich Hamann zu ihrem Ehrenbürger und in Anwesenheit des Gemeindeausschusses, der Geistlichkeit, des Lehrkörpers und der Feuerwehr wurde ihm ein sehr hübsch ausgestaltetes Ehrenbürgerdiplom überreicht. Herr H. Hamann hat durch eine lange Reihe von Jahren als Mitglied des Gemeindeausschusses, als Obmann des Ortsschulrathes und besonders als Ortsschulinspector in ausgezeichneter Weise gewirkt. Als gerader, kernig deutscher Charakter und fortschrittlich gesinnter Mann war Herr Hamann jederzeit bestrebt, den Gemein- und Wohlthätigkeitssinn zu wecken. Unter den schwierigsten Verhältnissen gelang es ihm, den Bau eines neuen Schulhauses zu fördern und wurde er daher auch für feine hervorragenden Verdienste um die Schule vom Kaiser durch die Verleihung des Goldenen Verdienstkreuzes ausgezeichnet. Möge es noch lange der Gemeinde Michaelnbach vergönnt sein, ihren strebsamen und verdienstvollen Arzt Herrn Heinrich Hamann in ihrer Mitte zu behalten.

Linzer Volksblatt 27. April 1897

Ehrung. Dienstag, 20. April, erhielt Herr Heinrich Hamann, Gemeindearzt in Michaelnbach, Besitzer des goldenen Verdienstkreuzes, das Ehrenbürgerdiplom der Gemeinde Michaelnbach. Die feierliche Ueberreichung desselben fand im Gasthause des Georg Floimayr zu Grub statt, woselbst die Musikkapelle der hiesigen freiwilligen Feuerwehr concertierte. Von nah und fern war die Bevölkerung herbeigeeilt, um an der Feier des allseits beliebten Mannes mit theilzunehmen. Manch kerniges Wort feierte dessen Verdienste als Arzt durch 40 Jahre und seine fruchtbringende Thätigkeit als ehemaliger Schulinspector und Schulobmann durch 17 Jahre, und so blieb man im fröhlichen Vereine beisammen bis in späte Nachtstunde. Möge er der Gemeinde noch recht lauge erhalten bleiben

Linzer Volksblatt 11. Mai 1897

Michaelnbach. (Feuerwehr. — Scheibenschießen.) Wie alljährlich, so beging auch heuer die hiesige Ortsfeuerwehr am Florianitag das Fest ihres Patrones in festlicher Weise. Nachdem dieselbe früh in der Pfarrkirche einem feierlichen Gottesdienste beigewohnt und so Gott die Ehre gegeben und das Fest ihres Patrones gefeiert hatte, zog dieselbe mittags nach Furth, wo ein rühriges Comite ein Scheibenschießen veranstaltete, dessen Reinertrag der Feuerwehr gewidmet war. Von herrlichem Wetter begünstigt, strömten viele Leute, liebwerte Gäste aus nah und fern auf den reich geschmückten Festplatz des Herrn Schatzl in Furth. Viele Schüsse wurden von kundigen Schützen abgegeben, um eine Probe ihrer Treffsicherheit zu geben. Winken ja 18 Preise die besten Schützen. Ein Glückshafen lud wieder andere ein, ihr Glück da zu versuchen und die gutgeschulte Feuerwehrkapelle trug fröhliche Weisen vor. Kurz, ein rechtes Volksfest war es und die fröhlichste Stimmung herrschte allenthalben. Herrn Schatzls Küche und Keller leisteten Vorzügliches. War es ja trefflich mundender Gerstensaft aus der renommierten Brauerei von Grieskirchen und alter goldiger Äpfelmost, der den Durst bezwang, den die heiß herniederscheinende Sonne erzeugte. Doch es wäre ja kein Feuerwehrfest gewesen, zum Feuer gehört das Wasser. Nachdem die Sonne, das Symbol des Feuers, das ihrige geleistet, sollte auch das Wasser zu seinem Rechte kommen in Form eines Gewitterregens, der um 6 Uhr abends dem schönen Gartenfeste ein gar jähes Ende bereitete und die zahlreich anwesenden Gäste unter das schützende Dach trieb. Inzwischen hatte das Comite die schwierige Aufgabe, ihres Preisrichteramtes zu walten. Das Resultat desselben war folgendes: 1. Preis Herr Hötzeneder in Michaelnbach. 2. Preis Herr Stepau in Wels. 3., 7. und- 9. Preis Herr Hinterleitner in Wödling. 4. Preis Herr Dopler in Grieskirchen. 5. Preis Herr Grabmair in Pollham. 6., 10. und 12. Preis Herr Hart in Grieskirchen. 8. Preis Herr Hintenaus in Pollham. 11. Preis Herr Hötzeneder in Haus. 13. Preis Herr Holzinger in Holzing. 14. Preis Herr Schatzl in Michaelnbach. 15. Preis Herr Wiesinger in Tollet. 16. Preis Herr Augerhofer in Taufkirchen. 17. Preis Herr Thiel in Grieskirchen. 18. Preis Herr Sterzenbauer in Grieskirchen. Auch unter dem schützenden Dache blieb man noch geraume Zeit vereint und trug die Versteigerung von Tauben noch das ihrige zur Belustigung bei. Ein nettes Sümmchen war der klingende Ersatz des schönen Festes zugunsten der Feuerwehr.

(Linzer) Tages-Post 13. Juni 1897

Unterlehrerstelle an der zweiclassigen Volksschule in Michaelnbach; Gesuche bis 26. Juni an den Bezirksschulrath Weis,

Linzer Volksblatt 30. September 1897

Schulnachrichten. Der hohe Landesausschuß hat beschlossen : Die Unterlehrerstelle in Michaelnbach der Marie Wartner, provisorischen Unterlehrerin in Michaelnbach zu verleihen;

Linzer Volksblatt 9. Oktober 1897

Als am Sonntag den 3. d., abends, der hiesige Hafnermeister Herr Josef Wartner und der hiesige Viktualienhändler Herr Johann Uttenthaler vom Kirchtage in Michaelnbach nachhause fuhren, wurde im sogenannten Gattererberge nächst Parz bei Gattern das Pferd scheu und beide stürzten so unglücklich vom Wagen, daß Uttenthaler sich dem Fuß und einen Finger gebrochen, ferners auch im Gesichte schwer verletzt hatte, während Wartner Hautabschürfungen rc. davongetragen hat. Auch der Wagen wurde zertrümmert. Das Pferd blieb unverletzt.

(Linzer) Tages-Post 27. Oktober 1897

(Brand.) Aus Peuerbach wird uns geschrieben: Am Samstag den 23. d. M. brannte in der Ortschaft Haid, Pfarre Michaelnbach, das sogenannte Haidweberhaus nieder.

(Linzer) Tages-Post 15. Dezember 1897

Vom Kreis- als Handelsgerichte Wels wurde in das diesgerichtliche Genossenschafts-Register eingetragen die Firma „Vorschusscassenverein für die Orts- und Pfarrgemeinde Michaelnbach, registrierte Genossenschaft mit unbeschränkter Haftung".

Linzer Volksblatt 19. Dezember 1897

Michaelnbach, 13. December Bemühungen unseres Jagdinhabers, des Mairs in Schmiedgraben, kam auch heuer anlässlich des Jagdschlussses ein gemütlicher Jagdabend in den Gastlokalitäten des Herrn Egger zum Besten der hiesigen Suppenanstalt zustande, bei dem eine besondere Überraschung die Teilnehmer erwartete; es erschienen nämlich die Mitglieder des Streichorchesters Grieskirchen mit ihrem vortrefflichen Capellmeister, dem Herrn Franz Mittermayer, und erfreuten alle Anwesenden durch ihre Vorträge. Unser hochw. Herr Pfarrer verstand es auch, durch eine launige, mit besonderem Beifalle aufgenommenen Anrede die Börsen der Anwesenden zu öffnen, so daß zugunsten der Suppenanstalt wieder eine bedeutende Summe erzielt wurde. Auch der hochgeborne Herr Graf und die Frau Gräfin von Waizenkirchen beehrten durch ihre Anwesenheit dieses schöne und heilere Fest. Dem Veranstalter dieses Festes, Herrn Mathias Greinegger, und insbesondere dem freundlichen und opferwilligen Entgegenkommen des Herrn Franz Mittermayer mit seiner vortrefflichen Streichcapelle der herzlichste Dank. Allen Spendern, Förderern und Gönnern der Suppenanstalt Michaelnbach sei aber im Namen der hungernden Schuljugend ein herzliches „Vergelts Gott" zugerufen.

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