Zeitungsberichte aus Michaelnbach

im Jahre 1916

Linzer Volksblatt 9. Januar 1916

Verluste im Kriege. Krankenhaus in Wels: Anton Ganglmaier, 2. LdschR, Michaelnbach, Blasenkatarrh; Martin Stieqer, 14. JR., Michaelnbach, Magenkatarrh;

(Linzer) Tages-Post 14. Januar 1916

Vom Schlachtfelde zurückgekehrte Krieger. In den letzten Tagen wurden in folgenden Spitälern und Pflegestätten unter anderen nachbenannte Krieger untergebracht: Im Notreservespital Nr. 2 in Linz, Abteilung Inft. Johann Hormandinger aus Michaelnbach, 2. LwJR., Schußverletzung

Linzer Volksblatt 22. Januar 1916

Verwundet oder krank sind eingetroffen: Im Spital der Barmh. Schwestern in Linz: Franz Watzenböck, 2. LIR., Michaelnbach, Erfrierung mehrerer Zehen des rechten Fußes;

Linzer Volksblatt 1. Februar 1916

-Michaelnbach, 31. Jänner. (Todesfälle.) Gestern, Sonntag um ½ 5 Uhr nachmittags, starb nach kurzer Krankheit der verwitwete Bauer Fr. Lindmayr vom Mayrgute in Aichet bei Grub im 74. Lebensjahre. Große Trauer ist eingekehrt beim Mair in Aichet. Die beiden Söhne Josef und Alois und der Enkel Johann mußten einrücken, der Alois ist seit 30. Dezember 1914 vermißt. Nun ist der Vater auch eingerückt zur großen Armee und so sind die drei Töchter allein bei der Bewirtschaftung des schönen Anwesens. Der gute Mair in Aichet war ein biederer Mann, ein angenehmer Gesellschafter und ein strammer Volksvereinsmann. Eine Zeit lang war er auch Gemeindevorsteher. Das feierliche Leichenbegängnis ist am Lichtmeßtag um ½ 9 Uhr vormittags.

-Heute, Montag, 6 Uhr früh, starb nach längerer Krankheit Juliana Reitböck, geborene Steiner, verwitwete Auszüglerin am Schmidhause in Furth, im 84. Lebensjahre.

Linzer Volksblatt 6. Februar 1916

Oberarzt i. Res. Dr. Otto Hamann Chefchirurg eines Kriegshafens, wurde mit dem Goldenen Verdienstkreuze mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Dr. Otto Hamann ist Gemeindearzt in Michaelnbach.

Linzer Volksblatt 11. Februar 1916

Michaelnbach, 9, Februar. Fürs Vaterland gestorben ist am 31. Jänner im k. k. mobilen Refervespitale 5/2 (Feldpost 56) der Infanterist Alois Kröswagen. lediger Bauerssohn vom Hausmairgute in Haus in hiesiger Pfarre, im 26. Lebensjahre. Derselbe war nie recht gesund, mußte am 16. August 1915 einrücken und starb nun an Lungenödem. Er ist begraben am Ortsfriedhofe in Nozycze in Wolhynien. Sein Bruder Anton starb im Oktober 19l4 in Kagran bei Wien und liegt in der Heldengrabstätte am Wiener Zentralfriedhofe. Drei Brüder stehen noch im Felde. Gott tröste die schwergeprüften Eltern und Geschwister. Der feierliche Trauergottesdienst wird in hiesiger Pfarrkirche am nächsten Montag abgehalten werden

Linzer Volksblatt 16. Februar 1916

Michaelnbach, 14. Februar. Von der Schule. — Urlaub.) Am heutigen Tage wurde Fräulein Ernestine Hiegelsperger, Aushilfslehrerin an der hiesigen Volksschule seit November 1914, von hier abberufen und als Lehrerin in Untergaumberg bei Leonding angestellt. Fräulein Hiegelsperger war eine sehr eifrige Lehrkraft und machte wegen ihres freundlichen Entgegenkommens den besten Eindruck. Es folgen ihr die besten Wünsche für ihre Zukunft nach. Hieher kommt als Aushilfslehrerin die Lehramtskandidatin Fräulein Hilda Böhm.

Gestern kam auf kurzen Urlaub heim der verehelichte Besitzer des ansehnlichen Englhofergutes Korporal Joh. Schatzl. Ein paar Wochen vor der Mobilisierung hat er auf das genannte Gut geheiratet, mußte dann einrücken und war zuerst einige Zeit in Tirol, dann in den Karpathen und seit August in Serbien. Ueberaus groß ist die Freude des Wiedersehens bei seiner tüchtigen Ehegattin und den 10 braven Stiefkindern, denn der gute Englhofer hat seit der Mobilisierung keinen Urlaub gehabt. Möge er sich in den wenigen Tagen recht gut erholen!

Linzer Volksblatt 2. März 1916

Michaelnbach, 29. Februar. (Urlaub. — Einbruch. — Milchlieferung.) Gegenwärtig herrscht im Doktorhause in Grub große Freude. Herr Dr. Otto Hamann, der weit bekannte und allseits sehr geschätzte Gemeindearzt von Michaelnbach, der seit der Mobilisierung Kriegsdienste leistet, ist zum zweiten Male auf kurzen Urlaub hier, der bis zum 8. März dauert. Herr Dr. Hamann ist Chefarzt in einem Feftungsspitale in Süddalmatien und wurde vor kurzer Zeit mit dem goldenen Verdienstkreuze mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Die hiesige Gemeindevertretung mit Herrn Bürgermeister Muckenhuber erschien am Sonntag im Doktorhause in Grub und brachte Herrn Doktor die herzlichsten Glückwünsche zur wohlverdienten kaiserlichen Auszeichnung dar. Zu gleicher Zeit ist der Schwager des Herrn Doktor, Herr Hauptmann Walter Vogl vom Feldjägerbataillon, auf kurzem Urlaube hier. Derselbe steht unter dem Kommando des bayrischen Generals Grafen Bothmer, auf dem Kriegsschauplatze in Ostgalizien. Er trägt neben dem österreichischen Militärverdienstkreuz das Eiserne Kreuz als wohlverdiente Auszeichnung an seiner Brust.
- In den letzten Tagen wurde um Mitternacht bei Herrn Greinegger, Mair in Schmidgraben, ein frecher Einbruch verübt. Den Dieben gelang es, nachdem sie das Fensterkreuz ausgehoben hatten, aus der Speisekammer einige Laib Brot und einizes Fleisch zu entwenden. Die Anzeige wurde erstattet.
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Seit einigen Tagen ist die Milchlieferung in hiesiger Gemeinde vorgeschrieben. Täglich müssen 350 Liter an die Stadtgemeinde Linz abgeliefert werden. Herr Gastwirt Steiner von hier hat in sehr dankenswerter Weise die Aufgabe übernommen, täglich gegen mäßige Entlohnung das Fuhrwerk beizustellen und die Milch zur Bahnstation Waizenkirchen zu bringen.

Verlustliste 8. März 1916

Schwarz Karl, ResInft., IR. Nr. 14, 9,Komp., Oberösterreich, Eferding, Michaelnbach. 1885; kriegsgef., Krasnojarsk, Gouvernement Jenisseisk, Rußland.

Linzer Volksblatt 9. März 1916

Michaelnbach, 6. März. (Leichenbegängnis.) Heute um 10 Uhr wurde die ledige Näherin Elise Roitinger beerdigt, welche am Samstag um 1 Uhr mittags nach genau zweiwöchentlicher Krankheit an einem Lungenleiden im 22. Lebensjahre gestorben ist. Die Verstorbene, von Taufkirchen an der Trattnach gebürtig, war ein sehr braves und ruhiges Mädchen und war immer sehr gesund, und niemand hätte an ein so jähes Ende gedacht. Mit größter Geduld ertrug sie ihre schwere Krankheit, bis sie in der schönsten Blüte ihres Lebens ihre reine Seele aushauchte. Mit größter Sorgfalt und Hingebung wurde sie während der Krankheit von ihrer Ziehmutter und ihrer Meisterin Agnes Störinger gepflegt. Sechs Jungfrauen trugen sie zum Grabe. Ihr Zwillingsbrüder steht auf dem italienischen Kriegsschauplatze.

Linzer Volksblatt 22. März 1916

Michaelnbach, 20. März (Todesfall.) Samstag nachmittags um 2 Uhr starb nach längerer Krankheit an Magenkrebs der verehelichte Hausbesitzer Franz Mayr in Grub, im 61. Lebensjahre. Der Verstorbene wurde nach dem Tode des Matthias Danzer Gemeindediener von Michaelnbach und er verrichtete diesen Ehrendienst mit peinlichster Genauigkeit und unverdrossenem Eifer. Er war überhaupt ein sehr strebsamer und fleißiger Mann. Als Wegmacher sorgte er stets für einen guten Zustand der Bezirksstraße im hiesigen Gemeindegebiete. Er war auch eifriger Volksvereinsmann. Zwei Söhne stehen im Felde, der jüngste hat um Ausnahme in die Kriegsmarine angesucht. Das Leichenbegängnis ist am Dienstag um 19 Uhr.

Linzer Volksblatt 31. März 1916

Michaelnbach, 23. März. (Verschiedenes.) Ein Telegramm aus dem Garnissonsspitale in Innsbruck bringt die Nachricht, daß Josef Baumgartner, Soldat beim k, k. mobilen Pferdedepot in Innsbruck, dortselbst im 42. Lebensjahre fürs Vaterland gestorben ist. Der Verstorbene war von hier gebürtig und diente vor der Mobilisierung bei Herrn Hötzeneder. Er mußte einrücken und war in Linz, Steyr und zuletzt längere Zeit in Innsbruck. Sein Bruder Franz starb im November 1914 infolge einer Verwundung im Kriege Kaiserin Elisabeth-Spitale in Wien ebenfalls fürs Vaterland. Der feierliche Trauergottesdienst wird am Montag in hiesiger Pfarrkirche stattfinden. Das Begräbnis war in Innsbruck am Dienstag um 2 Uhr nachmittags.
- Der verwitwete Zimmermann Michael Kaisermair, der am letzten Sonntag in Grieskirchen beerdigt wurde, war bei 50 Jahre hier ansässig und ist erst vor einigen Wochen nach Winkeln in der dortigen Pfarre zu seiner Tochter übersiedelt, wo er nach kurzer Krankheit im Alter von 70 Jahren gestorben ist. Der gute Kaisermair war sehr arbeitsam und fleißig, wegen seines guten Humors überall gern gesehen, ein tüchtiger Hauszimmermann. Gebürtig war er von Peuerbach. - Bei der gestrigen Gemeindeausschussitzung wurde an Stelle des verstorbenen Franz Mahr der infolge Krankheit auf ein Jahr beurlaubte Krieger Johann Danzer zum provisorischen Gemeindediener von Michaelnbach bestellt. Derselbe ist ein Bruder des hochw. Herrn Redakteurs Josef Danzer in Linz. Der Vater war früher hier durch viele Jahre ebenfalls Gemeindediener.

(Linzer) Tages-Post 8. April 1916

(Sachverständige für Wasserstraßen.) Vom Oberlandesgerichte in Wien wurde im Einvernehmen mit der Statthalters für Oesterreich ob der Enns in Linz die für das Jahr 1916 aufgestellte Liste derjenigen Sachverständigen, welche in den Fällen der Enteignung zum Zwecke der Ausführung der Wasserstraßen in den Erzherzogtümern Oesterreich unter und ob der Enns beizuziehen sind, bekanntgemacht. Diese Sachverständigen sind: . . . . . Johann Hendlmayr. Wirtschaftsbesitzer in Michaelnbach, Gerichtsbezirk Waizenkirchen; . . . . . .

Linzer Volksblatt 16. April 1916

Michaelnbach, 14. April. (Todesfall.) Gestern, l0 Uhr vormittags, starb.an den Folgen eines heftigen Anfalles der hinfallenden Krankheit die ledige Schuhmachers- und Hausbesitzerstochter Maria Bauer in Haid im 30. Lebensjahre. Unter der genannten Krankheit hatte die Verstorbene in ihrem ganzen Leben viel und stark zu leiden. Sie war Mitglied der hiesigen Jungfrauen-Kongregation, welche ihr am Samstag um 10 Uhr das Geleite zum Grabe geben wird.

Linzer Volksblatt 21. April 1916

Michaelnbach, 19. April. (Verschiedenes.) Die hiesige Kirchenvermögensverwaltung hatte seinerzeit der Heeresverwaltung die Sterbeglocke freiwillig und unentgeltlich an geboten. Nun wurde sie vom Turme herabgenommen und wird demnächst an die Sammelstelle Wien, Matzleinsdorf eingesendet werden. Die Glocke, welche 35 cm im Durchmesser hat und 29 kg wiegt, wurde im Jahre 1861 in Linz gegossen und von Sabina Weiß vom Wilwartengute in Geisedt gespendet. Das letztemal wurde sie dem Gemeindediener Franz Mahr geläutet, der am 18. März gestorben ist.


- Bei der Musterung der 18jährigen am 14. April in Eferding wurden aus der hiesigen Gemeinde von den Stellungspflichtigen 75% als tauglich behalten, nämlich:  August Schatzl, Zaunersohn in Minithal; Franz Schaur, Radwallnersohn in Krumbach; Franz Schamberger, Christlmairsohn in Mairdsppl; Ignaz Huber, Wiesingersohn in Furth; Josef Wimmer und Ferdinand Prähofer von Kiesenberg; Matthias Buchegger, Schuhmacherssohn in Haid; August Ortner, Jodlbauernknecht in Haus und der Schmiedgeselle Lindorfer in Reitbach.


- In der vorigen Woche wurde Juliana Geßl, Hausbesitzerstochter in Schölmlahn, bei den Kreuzschwestern in Linz als Novizin eingekleidet. Sie war vor dem Eintritt ins Kloster eifriges Mitglied der hiesigen Jungfrauen-Kongregation. Sie erhielt den Klosternamen Engelmara.


- Zum provisorischen Wegmacher an der Bezirksslraße im hiesigen Gemeindegebiete wurde an Stelle des verstorbenen Gemeindedieners Franz Mayr der Rahmführer Karl Krautgartner bestellt.


- Der Storch hielt sich seit 10. Dezember vorigen Jahres von Michaelnbach ferne. Gestern kehrte er beim unteren Wirt ein und ließ den Gastwirtsehe leuten Steiner ein Töchterchen zurück.

Linzer Volksblatt 30. April 1916 - Inserat

Huf- und Wageuschmiede ist zu verpachten bei Herrn Karl Schörgenhumer in Michaelnbach bei Grieskirchen, O--Oe.

Linzer Volksblatt 3. Mai 1916

Erdbeben. Das Erdbeben vom 1. Mai wurde nach den bisherigen Nachrichten in Linz, besonders in den nördlichen, dem Urgebirge benachbarten Stadtteilen, außerdem in Urfahr und Gallneukirchen bemerkt.
Michaelnbach, 1. Mai. Heute um ½ l Uhr mittags wurde hier ein Erdbeben beobachtet. Es war eine stoßartige, plötzliche Erschütterung. Manche Leute liefen aus den Häusern, um zu sehen, was es gebe.

Verlustliste 4. Mai 1916

Thallermair Johann, Oifiziersdiener, FstAR. Nr. 3,1. Baonsstab, Oberösterreich. Eferding, Michaelnbach, 1890; kriegsgef., Zarizyii, Rußland.

Linzer Volksblatt 3. Juni 1916

Michaelnbach, 30. Mai. (Versammlung. — Zum Kriege.) Am nächsten Sonntag den 4. Juni wird um ½ 3 Uhr nachm. im Gasthause des Herrn Aug. Zehetmayr die hiesige Ortsgruppe des Pius-Vereines die Jahresversammlung abhalten, bei welcher der hochw. Herr Pater Anton Asciku von Pupping, ein Albanese, einen Vortrag über Albanien halten wird. Alle Freunde und Gönner des Pius-Vereines und die ganze Bevölkerung von hier und aus der Umgebung sind zur Teilnahme freundlichst eingeladen.
- Für das Rote Kreuz wurden in der „Rote Kreuz-Woche" der Betrag von 443 K 55 h aufgebracht.
- Auf die vierte Kriegsanleihe zeichnete die hiesige Gemeinde zuerst 7000 K dann 100.000 K, die Vorschußkasse 3000 K, beim k. k. Postamte wurden 72.700 K gezeichnet, außerdem zeichneten auswärts mehrere Personen ansehnliche Beträge, so daß im ganzen in der hiesigen Gemeinde zur vierten Kriegsanleihe ungefähr 200.000 K gezeichnet wurden. Gewiß ein schöner Beweis für die patriotische Gesinnung der hiesigen Bevölkerung.
- Bei der Musterung in Eferding am Samstag wurden von der hiesigen Gemeinde 32% behalten.

Linzer Volksblatt 4. Juni 1916

Michaelnbach, 1 .Juni, (Todesfall.) Heute um 7 Uhr früh starb der verehelichte Uhrmacher und Hausbesitzer Alois Hendlmayr in Michaelnbach Nr. 24 im 47. Lebensjahre. Der Verstorbene, ein Obermairsohn in Reichenau, war seit seiner Kindheit an beiden Füßen lahm, so daß er mit zwei Krücken nur auf den Knieen gehen konnte Er war ein herzensguter Mensch, ein origineller Gesellschafter und immer guter Laune. Nahezu alle Jahre machte er die Reise auf den Pöstlingberg, so auch noch im vergangenen Maimonat. Voriges Jahr, am 3. Mai, verehelichte er sich, weil ganz allein stehend, mit Anna Baumgartner, welche ihm wirklich eine treue Lebensgefährtin wurde und die ihm bis zum letzten Atemzuge mit der hingebungsvollsten Liebe pflegte. Der Verstorbene war Mitglied des kath. Volksvereines. Die Todesursache ist allem Anschein nach Blutvergiftung, hervorgerufen durch ein großes Geschwür am linken Knie. Das feierliche Leichenbegängnis ist Samstag um 10 Uhr.

Linzer Volksblatt 18. Juni 1916

Josef Baumgartner lediger Knecht in Michaelnbach Trainsoldat beim k. u. k. mobilen Pferdedepot in Innsbruck -†- im k. u. k. Garnisonsspitale zu Innsbruck am 25. März 1916 an einem Nierenleiden im 42. Lebensjahre.

Linzer Volksblatt 22. Juni 1916

Michaelnbach, 20. Juni. (Von unseren Kriegern.) Am 6. Jnni starb im Reservespitale in Päpa in Ungarn an Bauchtyphus der Trainsoldat Josef Aigner von der Traindivision Nr. 14 im 25. Lebensjahre den Heldentod fürs Vaterland. Er war ein Ziehsohn und Firmpate des Johann Lehner, Bauers am Jacklgute in Schölmlahn. Der verstorbene Krieger war in Rußland, Serbien und Albanien. Heute fand für ihn der feierliche Trauergottesdienst in hiesiger Pfarrkirche statt.


- Paul Kaltenböck, Amesedersohn in Schmidgraben, wurde in den Kämpfen bei Arsiero in Italien am linken Fuß verwundet und ist derzeit in einem Spital in Innsbruck.


- Ferdinand Danzer von Geisedt ist ruhrverdächtig in einem Spital in Tirol. Josef Berger von Haid ist verwundet in einem Spital in Innsbruck.


- Anton Lehner, Bauer in Grub, leidet an einer Nierenkrankheit in einem Refervefpital in Budapest, I. Bezirk.


- Johann Floimayr, Brunnersohn in Grub, ist wieder erkrankt und derzeit in einem Spital in Galizien.

- Gottfried Kellermair, Tischler in Kiesenberg, ist krank im Petrinum in Urfahr.


- Ignaz Kröswagn, Hausmairsohn in Haus, ist verwundet in einem Spital in Innsbruck.


- Franz Watzenböck, Brunnersohn in Minithal, dem infolge Erfrierung an einem Fuße alle Zehen abgenommen werden mußten, wurde auf ein Jahr beurlaubt und kehrte am letzten Sonntage aus Brünn ins Elternhaus zurück.

Linzer Volksblatt 5. Juli 1916

Michaelnbach, 3. Juli. (Todesfall.) Gestern um ¾ 7 Uhr früh starb der verehelichte Auszügler Michael Lehner vom ansehnlichen Bauerngute in Grub, hiesiger Pfarre, im 84. Lebensjahre. Der verstorbene Bauer in Grub war ein ungemein tätiger Mann, ein tüchtiger Wirtschafter, und von echter Religiosität erfüllt. Viel hat ihm die hiesige Pfarrkirche zu verdanken, unter anderem ist die Lourdeskapelle hauptsächlich sein Werk. Er war auch Mitglied des katholischen Volksvereines seit dessen Gründung. Einer seiner Söhne, der junge Bauer in Grub, ist krank im Spitale in Budapest, I.Bezirk, und soll demnächst in das k. k. Reservespital nach Wels gebracht werden.

Linzer Volksblatt 12. Juli 1916

Michaelnbach, 7. Juli. (Todesfälle. — Von unseren Kriegern.) Zum großen Leidwesen der Steiner-Eheleute vom unteren Wirtshause in Michaelnbach starb nach kurzer Halskrankheit das 4 Jahre alte, sehr talentierte Kind Paula Katzlberger bald nach der Ankunft im Allgemeinen Krankenhause in Wels, wo es operiert werden sollte. Die Beerdigung fand in Wels statt.
- Am Mittwoch nachmittags starb die verwitwete Auszüglerin Anna Maria Wieshofer, geborne Lindmair, vom Kramerbäckanwesen in Michaelnbach, im 83. Lebensjahre. Das Leichenbegängnis fand nach erfolgter Hausaussegnung unter sehr zahlreicher Beteiligung am letzten Freitag statt.


- Der nunmehrige Besitzer des großen Bauerngutes in Grub Anton Lehner kam vom Spital in Budapest am letzten Freitag ins k. k. Garnisonsspital in Wels, mußte aber noch am selben Tage abends ins Allgemeine Krankenhaus nach Wels überführt werden. Er leidet an einer sehr heftigen Nierenkrankheit. Die Aerzte hoffen ihn, wenn nichts Besonderes dazwischen kommt, wiederherzustellen.
-Paul Kaltenböck vom Amesedergute in Schmidgraben, der am italienischen Kriegsschauplatze am Fuße verwundet wurde, kam von Innsbruck in ein Spital nach Prag.

(Linzer) Tages-Post 28. Juli 1916

 

(Verluste im Kriege.) In Wels ist gestorben der Infanterist des 14. IR. Anton Lehner aus Michaelnbach: die Leiche Lehners wird noch Michaelnbach überführt und dort Samstag vormittags beerdigt.

Linzer Volksblatt 30. Juli 1916

Vom Klerus. Der hochw. Herr Alumnatpriester Ignaz Traunfellner wird Kooperator in Michaelnbach.
- Josef Aigner, lediger Ziehsohn vom Jacklgute in Schölmlahn, Pf. Michaelnbach Trainsoldat bei der k. u. k. Train- Division Nr. 14. Er machte den Feldzug in Rußland, Serbien und Albanien mit und starb am 6. Juni 1916 im 25. Lebensjahre an Bauchtyphus zu Papa, Ungarn. Er wurde dortselbst auch begraben.

Verlustliste 7. August 1916

Radwallner Franz, LstPatrf., TJR. Nr. 2, 24. Komp., Oberösterreich, Eferding, Michaelnbach, 1874; verw,

Linzer Volksblatt 10. August 1916

Michaelnbach, 7. August. Den Heldentod fürs Vaterland starb am Samstag den 5. August nach 11 Uhr mittags im Reservespital in der Haspingerstraße in Innsbruck- Wilten der Tiroler Kaiserjäger Ignaz Kröswagn, Bauerssohn vom Hausmairgute in Haus, hiesiger Pfarre, im 20. Lebensjahre. Am 15. Oktober rückte der junge Soldat ein, Mitte Mai kam er, durch Rückenmarkschuß schwer verwundet, vom italienischen Kriegsschauplatz ins Spital nach Innsbruck, wo er nach Empfang der hl. Sterbesakramente trotz der sorgsamsten Pflege in den Armen seiner Mutter nach schwerstem Leiden für Kaiser und Vaterland starb. Diese Heldenmutter, die Hausmairin in Haus, kam am Freitag ans Sterbebett ihres jüngsten Sohnes nach Innsbruck und blieb bei ihm bis zum letzten Atemzuge. Ruhig und gottergeben erträgt sie auch diesen schweren Schlag. Es ist der dritte Sohn, den sie fürs Vaterland hinopfert.
-Im Oktober 1914 starb der Anton Kröswagn, er ruht im Zentralfriedhof in Wien.

Am 31. Jänner 1916 starb der Alois in einem Feldspitale; dieser wurde begraben in Roszycze in Wolhynien. Der jüngste Sohn Ignaz wird heute Montag um 2 Uhr am Militärfriedhofe in Innsbruck beerdigt werden. Er ist das 16. Kriegsopfer aus dieser Pfarre. Der feierliche Trauergottesdienst ist morgen Dienstag in hiesiger Pfarrkirche.

Linzer Volksblatt 13. August 1916

Profeßfeier in der Karmelitenkirche. Am Dienstag, dem Feste Mariä Himmelfahrt, werden die Kleriker unseres Ordens Bertholdus a SS. Corde I. (Johann Humer, geboren in Michaelnbach) und Fr. Antonius ab Inf. J. (August Moser geb. in Altmünster), während des Hochamtes ihre feierlichen hl. Gelübde ablegen. Beginn des Hochamtes um ½ 10 Uhr; nach dem Evangelium ist Predigt.

Verlustliste 18. August 1916

Floimayer Johann, Inft., k. k. LstlR. Nr. 2,16. Komp., Oberösteireich, Eferding, Michaelnbach. 1886; verw.

Linzer Volksblatt 19. August 1916

Michaelnbach, 17. August. (Kriegsopfer. — Personalnachrichten.) Schon wieder hat der Krieg ein Opfer aus der Hiesigen Pfarre, das 17., gefordert. Am 1. Juli fiel auf dem russischen Kriegsschauplätze in der Bukowina infolge eines Kopfschusses der Landwehrinfanterist Johann Kutzenberger, Bauerssohn vom Petermairgute in Mairdoppl im 28. Lebensjahre. Seine Mutter, die „Petermairin", stürzte vor einigen Tagen so unglücklich von einem Apfelbaume, daß sie sich am Kopfe schwere Verletzungen zuzog. .Glücklicherweise ist sie wieder auf dem Wege der Besserung. Der feierliche Trauergottesdienst für den gefallenen Krieger findet nächste Woche in hiesiger Pfarrkirche statt.-Seit 17 Jahren war der hiesige Kooperatorenposten unbesetzt. Im Jahre 1899 war hier einige Zeit Kooperator Albrecht Renner, derzeit Seelsorger im Allg. Krankenhause in Wels. Nun hat die Pfarre Michaelnbach wieder einen geistlichen Herrn erhalten, in der Person des Herrn Alumnatspriesters Ignaz Traunfellner, gebürtig aus Sierning. Möge er sich auf dem ersten Posten, recht glücklich fühlen.-Fräulein Hilda Böhm, Aushilfslehrerin an der hiesigen Volksschule, wurde über eigenes Ansuchen ihres Dienstes enthoben und kam an die Schule nach Leonding. Das Fräulein hat in jeder Hinsicht den Kindern das beste Beispiel gegeben, weshalb man es nur ungern von hier scheiden sah.

Verlustliste 31. August 1916

Greifeneder Johann, LstJäg., TJR. Nr. 3, 15. Komp., Oberösterreich, Eferding Michaelnbach, 1895; verw.; Humer Leopold, Inft., IR. Nr. 14, 9. Komp., Oberösterreich, Eferding, Michaelnbach, 1882; verw.

Linzer Volksblatt 7. September 1916

-Michaelnbach, 6. September. (Von unseren Kriegern.) Zwei junge Krieger von hier, sind in russische Gefangenschaft geraten. Johann Mayer vom Aigelseder in Aichet bei Kiesenberg und Johann Lindmair vom Mairgute in Aichet bei Grub, sind wahrscheinlich noch auf der Reise in das Innere Rußlands, da sie auf die .Karten nur ihre Namen ohne Adresse und Datum geschrieben haben.
-Franz Rumpfhuber vom Wideneder in Haus gilt als vermißt.
-Ein Friedwagner vom Binderhause in Pollesbach ist anscheinend leicht verwundet in einem Spitale in Ungarn.

Verlustliste 7. September 1916

Pimmersdorfer Johann, Jäg., TJR Nr. 1, 16. Komp., Oberösterreich, Eferding, Michaelnbach, 1894; verw.

Linzer Volksblatt 30. September 1916

Michaelnbach, 28. September. (Ein Soldat erkrankt.) Der 18jährige Soldat Karl Stockinger aus Sierning war mit sieben Kameraden der Arbeiterpartie zugeteilt, welche hier durch drei Wochen beim Maschindreschen ausgeholfen hat. Der genannte, Soldat erkrankte während seines Hierseins an Blinddarmentzündung, so daß er sofort ins Spital der Barmherzigen Schwestern nach Linz gebracht werden mußte. Wie er selbst berichtet, ist die Operation glücklich gelungen und befindet sich der brave Soldat wieder auf dem Wege der Besserung.

Verlustliste 30. November 1916

Eschlböck Josef, Infst., k. k. LIR. Nr. 2, 5. Komp., Oberosterreich, Eferding, Michaelnbach, 1888; kriegsgef., Pensa, Rußland,

Linzer Volksblatt 7. Dezember 1916

Michaelnbach, 4. Dezember.(-Todesfall.) Letzten Donnerstag starb ganz plötzlich während des Mittagessens die Hausbesitzersgattin und Krämerin Anna Schörgenhumer in Michaelnbach im 33. Lebensjahre. Die Verstorbene, die von Offenhausen gebürtig war und eine nahe Verwandte des Herrn Pfarrers Stelzhammer von Gaspoltshofen ist, kränkelte durch viele Jahre an einem Herzleiden, dem sie so unerwartet schnell erlag. Sonntag war das feierliche Leichenbegängnis. Ihr Ehegatte Karl Schörgenhumer, gebürtig vom Schöberlgute in Prambach. Pfarre Waizenkirchen, dient gegenwärtig beim Militär in Waldegg bei Linz. Da sonst niemand da ist, führt ein Dienstmädchen das Hauswesen.

Verlustliste 7. Dezember 1916

Lindenbauer Anton, Lstlnfst., IR. Nr. 14, 3 Marschkomp., Oberösterreich, Eferding, Michaelnbach, 1894; verw.

Linzer Volksblatt 8. Dezember 1916

Zum Tode Kaiser Franz Josef I - Berichte über Trauerfeierlichkeiten aus Anlaß des Todes Kaisers Franz Josef I. sind uns noch zugekommen aus Aschach an der Donau, Bad Hall, Frankenmarkt, Freistadt, Julbach, St. Martin i. Mühlkr. , Mauthausen, Michaelnbach, Passau und Riedau.

Linzer Volksblatt 21. Dezember 1916

Michaelnbach. 17. Dezember. (Volksvereinsversammlnng.) Am Mittwoch, den 27. d. (Johannestag), findet im Gasthause des Herrn Josef Steiner, in Michaelnbach um ½ 3 Uhr nachmittags die Jahresversammlung der Ortsgruppe Michaelnbach des kath. Volksvereines statt, zu welcher alle Mitglieder freundlichst eingeladen werden.

Linzer Volksblatt 31. Dezember 1916

Michaelnbach, 28. Dezember. (Die Volks Vereinsversammlung am Johannestag war von den Wackeren Volksvereinsmännern von hier und der näheren Umgebung sehr gut besucht, so daß der große Saal in Herrn Steiners Gasthaus nahezu voll besetzt war. Nach der Begrüßung der Erschienenen und nach Erstattung des Rechenschaftsberichtes über das abgelaufene Jahr durch den Obmann der Ortsgruppe und Ortspfarrer Gimplinger hielt Herr Landtagsabgeordneter und Dechant Schmidbauer von Waizenkirchen eine herrliche Rede über die Ursachen des furchtbaren Weltkrieges, über die gegenwärtige Lage und schloß mit einer väterlichen Ermahnung und Belehrung für den Bauernstand, der als grundwichtiger Stand Anspruch hat auf jede mögliche Förderung und Achtung. Aus der reichen Erfahrung und aus der innigsten Liebe zu Kirche, Vaterland und Volk redete Dechant Schmidbauer in überzeugender Weise, so daß es eine Freude und ein wohltuender Genuß! ist, diesen aufrichtigen Volksfreund anhören zu können. Drei neue Mitglieder meldeten ihren Beitritt an. Nach dem Schlußworte schloss der Vorsitzende nach zuständiger Dauer mit einer Huldigung für Papst und Kaiser die schöne Versammlung.

 

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