Michaelnbach
  zur Startseite
   

  Michaelnbach Geo-Topographie
  Michaelnbach Ortschaften
  Michaelnbach Karten
  Michaelnbach Ortsgeschichte
 
Michaelnbach
Ur- & Frühgeschichte
  Michaelnbach Die Keltenzeit
  Michaelnbach Die Römerzeit
 
Michaelnbach
Die Völkerwanderung
 
Michaelnbach
Die Schaunberger
 
Michaelnbach
Der Aufstand 1597
  Michaelnbach Die Exulanten 17. Jhd
  Michaelnbach Die Franzosenzeit
  Michaelnbach Die bayrische Grenze
   
  Michaelnbach Pfarrgeschichte
  Michaelnbach Wissenswertes
  Michaelnbach Digital-Archiv
     
  Michaelnbach Gemeindewebsite
  Michaelnbach Impressum
     
     
     
     
   

Protestantische Glaubensflüchtlinge
aus Michaelnbach

Eberhart Krauß und Manfred Enzer, die Verfasser des Buches 'Exulanten aus dem oberösterreichischen Hausruck- und Traunviertel' haben in mühevoller Kleinarbeit aus alten Kirchenbüchern und Aufschreibungen die protestantische Glaubensflüchtlinge extrahiert und zusammengestellt. Ihnen sei an dieser Stelle gedankt.

Flucht und Vertreibung aus religiösen Gründen hatte es immer wieder gegeben, seit das Christentum im 4. Jahrhundert Staatsreligion im Römischen Reich geworden war. Die Reformation im 16. Jahrhundert schuf erstmals seit der Spätantike wieder eine Situation, in der sich auch zahlreiche Adelige vom Katholizismus abwandten. Gab es für Andersgläubige bis dahin nur Anpassung oder Ausrottung, so konnten sie sich nunmehr in anderen Gebieten niederlassen. Die Geschichtswissenschaft bezeichnet diese protestantischen Glaubensflüchtlinge des 16. bis 18. Jahrhunderts als Exulanten.

Aus Österreich wurden vom Ende des 16. Jahrhunderts bis in die 1670er Jahre in mehreren Etappen weit über 100.000 Protestanten zur Auswanderung gezwungen. Anfänglich davon betroffen waren evangelische Pfarrer, Lehrer, städtische Bürger und der entmachtete Adel. Nach dem Dreißigjährigen Krieg aber vor allem die bäuerliche Bevölkerung. Sie siedelten sich besonders häufig in den vom Krieg entvölkerten Teilen Frankens und Schwabens an und trugen hier zum wirtschaftlichen und kulturellen Wiederaufschwung bei.

Im Augsburger Religionsfrieden von 1555 erhielt die Auswanderung eine rechtliche Grundlage. Zwar stand dem Landesherrn immer noch das Recht zu, das Glaubensbekenntnis seiner Untertanen zu bestimmen, jedoch konnten Untertanen die nicht zum angeordneten Glauben übertreten wollten gegen Zahlung einer Abzugssteuer das Land verlassen. Sie mussten in diesem Fall nicht länger fürchten, wegen Verletzung ihrer Untertanenpflichten belangt zu werden.

In der Habsburgermonarchie setzte man nach den Bauernkriegen auf Zwangskonvertierung und führte eine rigorose Unterdrückungspolitik um Entvölkerung zu vermeiden. Die Spruch als Drohung „Wir werden dich schon katholisch machen“ wurde bis heute nicht vergessen. Erst mit den Theresianisch-Josephinischen Reformen wurde dies gelockert. Protestantisch waren neben der Bauernschaft auch die Bergleute die mit dem Salzabbau und der Eisenindustrie die wirtschaftliche Basis der Monarchie stellten. Diese Zwangskonvertierung führte abermals zur versteckten Religionsausübung. So wie Jahrhunderte zuvor der keltische Glaube, lebte fortan der Protestantismus im Verborgenen weiter. Im Michaelnbacher Totenbuch ab 1643 finden sich Vermerke darüber wenn die Leute katholische Riten ablehnten – „nit Beicht und Communicieret“.
Immer wieder flohen daher aus den Ländern der Habsburger Protestanten in großer Zahl und fanden meist auf dem Weg über Regensburg in Franken und Schwaben, aber auch bis Brandenburg und Schweden Zuflucht. Ein anderer Teil wurde von Karl VI. und Maria Theresia nach Siebenbürgen.

Nach den Verheerungen und der Entvölkerungen großer Gebiete Deutschlands durch den Dreißigjährigen Kriege erkannten dort immer mehr Landesherren die wirtschaftlichen Chancen. Denn wer damals seine Heimat aus religiösen Gründen verließ, machte entweder seinen hiesigen Besitz zu Geld oder brachte Wissen und handwerklichen Fertigkeiten mit sich. Speziell in Deutschland entstanden so meist auf Initiative der Landesherrn Exulantenstädte die zum wirtschaftlichen Aufschwung der entvölkerten Gebiete erheblich beitrugen und rasch zum Wohlstand führten.
Das Ende der Gegenreformation begann als Kaiser Joseph II. das Toleranzpatent von  1781 und die Schaffung  sogenannte Toleranzgemeinden genehmigte. Es bekannten sich österreichweit zwischen 70.000 und 80.000 Menschen zum vorher verbotenen evangelischen Glauben. In Oberösterreich waren es 7644 Personen. Anerkannte Toleranzgemeinden um 1786 in unserer Umgebung waren z.B. die evangelische Gemeinde Eferding mit 1208 Personen, Scharten mit 2015 Personen, Thening mit 2449 Personen, Wallern mit 970 Personen und Wels mit 1002 Personen.
In deutschen Kirchenbüchern finden sich 5.225 Exulanten aus dem  Hausruck- und Traunviertel die bis dahin bereits ihren Heimatort verlassen haben. In Wirklichkeit sind von hier nach Franken bzw. Süddeutschland 2 bis 3mal mehr Leute ausgewandert, deren Heimatorte aber nicht bekannt geworden sind. Sie sind in den Kirchenbüchern nur als Exulanten, Österreicher, Landler, Vertriebene und ähnlich eingetragen und stammten zum größten Teil aus dem oberösterreichischen Hausruck-, Traun- und auch dem Mühlviertel.

Sie haben Michaelnbach verlassen!

aus der Pfarre und Gemeinde Michaelnbach:

Helena Susanna Beer, verehelicht am 11.08.1656 in Ödenburg, mit Linhard Schmidtinger der vermutlich aus Kirchberg bei Linz stammte.
Vater: †Hans Beer, Richter Michelbach OÖ, verehelicht mit  †Esther
(Weber, Glaubensverfolgte Ödenburg, S. 35)

Georg Polhamber, aus Michelpecker Pfarr im Land ob der Enns, verehelicht am 03.02.1655 in Ortenburg, mit Ursula Pachmayr aus der Pfarre Taufkirchen. Ihr Vater war Sebastian Pachmayr aus der Pfarre Taufkirchen verehelicht mit Ursula
(Kirchenbuch Ortenburg)

Gallus Polhamer, Schmied  verehelicht am  23.05.1651 in Ortenburg mit der Witwe Sabina Thalhammer des verstobenen Zacharias Thalhammer, Schmied aus Wels wohnhaft in Ortenburg.
Vater: Georg Polhamer, Michelbacher Pfarr, verheiratet mit Dorothea.
(Kirchenbuch  Ortenburg)

Philipp Etzlinger von Waldeck, in Michelbacher Pfarr, Land ob der Enns, verheiratet mit Susanna deren 2. Ehe am 01.12. 1679 in Unterschwaningen mit Michael Schober  vom Land ob der Enns, Zimmermann und Witwer in Kröttenbach geschlossen wurde.
(Kirchenbuch  Unterschwaningen)

Maria Feign verehelicht am  19.06.1688 in Hohenmemmingen/Württenberg mit Lucas Enze, Weber in Hohenmemmingen
Vater der Braut: † Hanß Feign, Michelbach Land ob der Enns,
Vater des Bräutigams: † Caspar Enze,  (schlecht lesbar -Silrah?) vermutlich Sallach in Oberkärnten
(Riemer, Exulanten Hohenmemmingen, S. 135 f)

Michael Freinberger, Michaelnbacher Pfarr, Ehegattin Maria Freinberger,
Kinder:
Magdalena, verehelicht am 19.09.1663 in Ortenburg mit Paulus Fellner, Witwer und Bauer aus Pfarre Oftering;
Sabina, verehelicht am 13.02.1673 in Ortenburg mit Sebastian Reischel, Witwer und Bauer am Langengütel in Dorfbach.
(Kirchenbuch  Ortenburg)

Andreas Graff, Zimmermann aus der Pfarre Michaelnbach oder Mistelbach. Auf Grund der Herkunft der Braut ist Michaelnbach wahrscheinlicher. Andreas Graff  wurde am 01.09.1652  in Ortenburg mit Anna Eckhbauer aus Waitzenkirchen verehelicht. Vater Hans Eckhbauer aus Waitzenkirchen war verehelicht mit Ursula.
(Kirchenbuch  Ortenburg)

Barbara Haßlinger verehelicht am 23.02.1650 in Ortenburg mit Matthäus Kirchherr, Witwer.
Vater: Hans Haßlinger, auf der Geißöd in Michelbacher Pfarr, Ehegattin Apollonia Haßlinger.
(Kirchenbuch  Ortenburg)

Abraham Huebmayer, aus der Pfarre Michelbach Land ob der Enns, wohnhaft in Theilenhofen wurde am 27.11.1649 in Theilenhofen mit Apollonia Praith verehelicht.
Vater der Braut: Hannß Praith, Theilenhofen, - Apollonia wurde am 03.06.1670 in Theilenhofen beerdigt.
Abraham Huebmayer‘s 2. Ehe mit Apollonia Schoder wurde am 29.08.1671 Theilenhofen geschlossen. Vater der Braut:  † Michael Schoder, ein Ländler in Rehebühl Pfarre Pfofeld,
Apollonia Huebmayer‘s (geb. Schoder) schloss nach dem Tod von Abraham eine 2. Ehe am 30.10.1677 mit Hannß Michael Leidenbauer, aus Kalbensteinberg.
(Kirchenbuch  Theilenhofen)

Simon Huebmeyer, ein Jung bei 18 oder 19 Jahren, aus Land ob der Enns bürtig ist am 23.02.1656 gestorben und wurde am 25.02.1656 in Theilenhofen beerdigt. Ein enges Verwandtschaftsverhältnis zu Abraham Huebmayer ist naheliegend.
(Kirchenbuch  Theilenhofen)

Friedrich Jacobi, Pfarrer in Michlbach, bekam 1624 einen Landesverweis und stellte noch 1624 ein Aufnahmegesuch in Vohenstrauß, bekam 2 Gulden Unterstützung ab 20.05.1625 aus Nürnberg
Sohn Heinrich, beerdigt am 01.10.1626 in Regensburg im Alter von 26 Jahren.
(Krauß, Evang. Pfarrer, S. 142; Krauß/Enzner, Regensburg, S. 475)

Johann Küttner, Vikar in der Herrschaft Peuerbach,  dann ab 1615 Pfarrer in Michaelnbach bis 1620. Er verließ das Land und zog in das ca. 20 km westlich von Passau liegende Ortenburg wo er im Jahre 1621 verstarb. Er war verheiratet mit Ursula welche am 06.07.1621 in Ortenburg mit Balthasar Lösei, in Ortenburg eine 2. Ehe schloss.
Kinder aus 1. Ehe:
Regina verehelicht am 15.07.1636 in Ortenburg mit Martin Putz, Handelsmann;
Ursula geb am 7. August 1619 in Michaelnbach - verehelicht am 27.09.1641 in Ortenburg mit Sebastian Pühel;
Johann, Apothekergesell, beerdigt am 14.07.1645 in Regensburg - 25 Jahre
(Krauß, Evang. Pfarrer, Nr. 81)

Wolf Lauginger aus Harburg/Mauren Sohn des Thomas Lauginger aus Michelbacher Pfarr im Land ob der Enns wurde verehelicht am 04.06.1654 in Schaffhausen mit Susanna Hutwecker, Witwe des verstobenen Jerg Hutwecker  aus Rohrbach.
(Kirchenbuch  Harburg) (Clauß, Exulanten Oettingen S, 33, 41)

Abraham Minithaler/Münchthaler/Mönningthaler (schwer leserlich), Schneider uf der Redt in Mühbecker Pfarr, Land ob der Enns war bei der Ehe des Sohnes Wolfgang 1655 bereits verstorben.
Kinder:
Wolfgang, Maurer Feuchtwangen, 1.Ehe am  11.04.1655 mit Maria Hauber deren Vater war Adam Hauber in Niederstetten/Württemberg, 2.Ehe am  12.04.1670 in  Feuchtwangen mit Margaretha Gleiß deren Vater war Leonhard Gleiß, Vogt (=Beamter). Wolfgang Minithaler wurde im Alter von 66 Jahre am 08.10.1693 in Feuchtwangen beerdigt.
Hans, ab 1656 Schneider in Lochenbach, verehelicht am 14.02.1654 in Hüssingen mit Anna Loinger deren Vater war Sebastian Loinger, Taglöhner in Domstadt)
(Beck, Exulanten Oettingen-Heidenheim, F. Krauß, Exulanten Feuchtwangen, Gräschel, Exulanten Weißenburg)

Hannß Mühllaitner, Taglöhner Treuchtlingen, gebürtig von Michelbach, Land ob der Enns, verehelicht am 15.10.1686 in Treuchtlingen (kath. Pfarramt) mit Anna Sibilla Zörlbeckher, aus Wolferstadt, nach ihrer 1. Ehe am 23.11.1676 in Treuchtlingen mit Georg Schackhofer/Schacksauer, von St. Georgen, Land ob der Enns
(Frank, Treuchtlingen, S. 198; Ringbücher Kuhr)

Hans Mühlleitner, Inwohner und Bauer in Lengenfeld (Pfarre Berolzheim), aus Michaelnbach, beerdigt am  24.04.1648 in Markt Berolzheim, Ehegattin Barbara beerdigt am 07.07.1648.
Tochter Sabina heiratete am 17.01.1658 in Markt Berolzheim Christoph Biber, aus Rappottenstein
(Kirchenbuch  Markt Berolzheim; Ringbücher Kuhr)

Hans Mühlleitner, Bauer in Trommetsheim, aus Michaelnbach, beerdigt  Dom. 16. post Trin. 1675 (=16. Sonntag nach Trinitas - =17. Sonntag nach Pfingsten) in Trommetsheim im Alter von 80 Jahren, Ehegattin Maria, wurde am 29.07.1671 in Trommetsheim im Alter von 71 Jahre beerdigt
Tochter Anna heiratete am 22. Sonntag nach Pfingsten 1664 in Markt Berolzheim den Leonhard Hummel. Anna wurde am 12.10.1698 in Trommetsheim, im Alter von 54 Jahre beerdigt.
(Kirchenbuch  Trommetsheim)

Jacob Rabus (Jacobus Rabius), Pfarrer, geboren am 06.05.1587 in Monheim /Pfalz-Neuburg
Vater: Jakob Rabus, Diakon Monheim, Mutter: Anna Walther, Pfarrerstochter Donauwörth),
Er studierte 1605 in Altdorf, 1608 in Jena und wurde um 1615 Prediger und Schulmeister in Michaelnbach und verehelichte sich 1615 in Michaelnbach im Land ob der Enns mit Johanna Waldenleger der Tochter eines Orgelbauer aus Tübingen.
Rabus wurde 1620 Pfarrer in Natternbach und 1624 vertrieben. Im selben Jahr, 1624, stellte er ein Aufnahmegesuch in Vohenstrauß und bekam  ab dem 10.12.1625 von Nürnberg 4 Gulden als Unterstützung.
Bis 1627 war er in Walting Adjunkt bei seinem Vater und von 1634-1655 in Erzberg bei Rothenburg ob der Tauber, wo er am 10.03.1655 verstorben ist.
Kinder:
Johanna, geboren am 21.12.1618 in Michaelnbach, Eheschließung am 21.04.1662 in Schwand mit Hans Bair, Bäcker in Schwand, ein Witwer dessen 1. Frau Margaretha am 08.12.1661 in Schwand beerdigt wurde;
Anna Clara, geboren 1622 in Natternbach, heiratete 1654 Jacob Christoph König, Beck in Rothenburg o.d.T.;
Anna Ursula, geboren 1625 in Walting
(Dannheimer, Verzeichnis Geistliche Rothenburg, Krauß, Evang. Pfarrer, Rabus, Stammbuch und Geburtsregister Rabus KB Schwand)

Sebastian Redelecker, in Michaelnbach Land ob der Enns,
Kinder:
Paul, Ehe am 20.05.1649 in Westheim mit Rosina Hübner von der Pfarre Ottnang, Land ob der Enns;
Hans, Ehe am 15.03.1653 in Ostheim mit Susanna Meier von Winckau Land ob der Enns [Ort unbekannt]
(Beck, Exulanten Oettingen-Heidenheim, Nrn. 2133 ff.)

Catharina Rüstelhuber - Vater:  †Daniel Rüstelhuber, Beck und Bauer Reuthbach Land ob der Enns
Ehe am 27.07.1657 Ettenstatt mit Georg Reingruber, Knecht des Wirtes in Ettenstatt
Vater:  † Wolff Reingruber, Tagwerker aus Schönau im Land ob der Enns
(Kirchenbuch  Ettenstatt; Gräschel, Exulanten Weißenburg, S. 146)

Hans Schranner - Vater:  †Bernhard Schranner, von der Schrann (Gerichtsplatz bzw. –gebäude eines Dorfgericht) in Michelbacher Pfarre Land ob der Enns,
Ehe am 14.11.1652 in Lehmingen mit Magdalena Straßner aus Pfarre Aspetzkirchen [= St. Thomas bei Waizenkirchen ]
(Beck, Exulanten Oettingen-Heidenheim, Nr. 2469)

Thomas Schwartmanseder, -  Eltern: Maria und Hans Schwartmanseder, Bauer in Michelpacher Pfarr im Land ob der Enns.
Ehe am 02.05.1661 Ortenburg mit Susanna Wischenbard
(Kirchenbuch  Ortenburg)

Jacob Windsfelder, "Ochsenjackel" in Döckingen, †  05.11.1732 Döckingen.
Sein Vater war Hans Windsfelder aus Reichenau Pfarre Michaelnbach
1 Ehe am  31.05.1665 Ursheim mit Catharina Sandner aus der Pfarre Eferding,
2 Ehe am  15.08.1701 Döckingen mit Eva Hörblinger
(Beck, Exulanten Oettingen-Heidenheim, Nr. 2912)

Jörg Zürnholdt, aus Michelbacher Pfarr im Land ob der Enns, Abendmahl Ursheim
1646, Gunzenhausen 1647 (das Abendmahl ist vergleichbar mit einer Erstkommunion)
(Gräschel, Exulanten Weißenburg, S. 171; Clauß, Exulanten Ansbach, S. 90)

Susanna Zürnhold, Ländlerin aus Michaelnbach, Abendmahl Gunzenhausen 1647
(Clauß, Exulanten Ansbach, S. 90)

 

aus der Gemeinde Michaelnbach - Pfarre Grieskirchen:

Hannß Schrötenhammer , Pollesbach Pfarre Grieskirchen,
Kinder als Exulanten:
Esaias, Ehe am 05.11.1662 in Schützingen mit Katharina Bruckhmeyer, Witwe des † Paul Bruckhmeyer, Leinenweber in Schützingen;
Stephan, Weber, 00 11.07.1665 in Schützingen mit Maria Brandstetter Vater: Elias Brandstetter, Schützingen;
Simon, Ehe am 31.09.1675 in Schützingen mit Susanna Langhubmer, Witwe des † Hanß Langhubmer, Bürger Schützingen;
Martin, Ehe am 14.01.1679 in Schützingen mit Apollonia Gimperlin, Vater: Hanß Gimperlin, Ratsherr in Schützingen;
Wolf, aus Porlesbach Pfarre Grieskirchen, 2 Meil über Wels, Ehe am 01.09.1667 in Roth mit Margaretha Hofer, Witwe des † Simon Hofer, Tagwerker
(KB Schützingen, Roth)

Georg Schrotenheimer Pollesbach aus dem Land ob der Enns, Ehe am 14.09.1669 Lomersheim/Württemberg mit Anna Maria Fischer Vater: † Michel Fischer, Müller
(KB Lomersheim)

Rosina Cappelmeyer, Vater: † Wolff Cappelmeyer, Unterwödling Pfarre Grieskirchen, Ehe am 27.02.1655 in Schützingen mit Georg Lehner Vater: † Wolff Lehner, Obermeyer Watzenbach Pfarre Prambachkirchen Land ob der Enns
(KB Schützingen)

 

aus der Gemeinde Michaelnbach - Pfarre Taufkirchen a.d.Tr.:

Esaias Pulßhammer/Polsamer , aus Pfarre Taufkirchen a. d. Tr., 1666 Bürger und Witwer
Schützingen, beerdigt am 19.06.1681 in Schützingen 57 Jahre alt,
1. Ehe am 09.01.1653 Absberg bei Gunzenhausen mit Maria Ortner welche am 31.03.1665 in Schützingen verstarb. Vater: † Leonhard Ortner, Taufkirchen
Kind: Leonhardt (vorehelich), geb. am 08.12.1652, beerdigt am 10.12.1652 in Gräfensteinberg;
2. Ehe am 20.05.1666 Schützingen mit Maria Hellbart aus Grieskirchen. Vater Sebastian Hellbart aus Bachschollen (Paschallern) Pfarre Grieskirchen. Weitere Kinder wurden in Schützingen getauft
(KB Gräfensteinberg, Schützingen, Absberg)

Sebastian & Susanna Pulßhammer , Meyer zu Pulßham Land ob der Enns Pfarre Taufkirchen a. d. Tr., war Beisitzer in Schützingen, vorher Meyer zu Pulsham Pfarre Taufkirchen Land ob er Enns
Kinder:
Maria, Ehe am 07.02.1665 Schützingen mit Andreas Höll aus Pfarre Peuerbach dessen † Vater Marx Höll aus Adenbruck Pfarre Peuerbach Land ob der Enns stammte. Andreas Höll wurde nach dem Tod seines Vaters von Bernhard Bertsch, Hofmeister zu Maulbronn, gewesener Schultheiß zu Zaisersweiher adoptiert.
Susanna, l. Ehe am 25.10.1653 Schützingen mit Andreas Lehner aus Prambachkirchen,
2.Ehe am 09.06.1657 Schützingen mit Andreas Langstegner aus Pfarre Prambachkirchen;
Apollonia, Ehe am 28.04.1656 Schützingen mit Paulus Stieger aus Peuerbach, dessen Mutter Magdalena, Stieger Witwe des am 06.12.1641 verstorbenen Georg Stieger aus Usting Pfarre Peuerbach, heute Pfarre Kallham
Sabina, Ehe am 03.05 .1670 Schützingen mit Christoph Hellmont. Vater Barthel Hellmont, Bürger in Schützingen
(KB Schützingen)

Die neue Heimat der Auswanderer

Stellvertretend für Michaelnbach und das gesamte Hausruckviertel beleuchten wir die Situation in Peuerbach. Hier findet sich mit mehr als 220 Männern und Frauen eine überraschend hohe Anzahl an Auswanderern.
Ortenburg war für die Leute bereits vor der Auswanderung ein Ziel, wenn jemand das Abendmahl unter beiderlei Gestalt empfangen wollte. Im Kirchenbuch Lehrberg steht, dass der 1708 verstorbene Georg Kastner von Peuerbach aus "oft mit Gefahr zum Abendmahl nach Ortenburg" reiste.
Neben Regensburg und Ortenburg als Ziel- oder Durchgangsorte wurden auch fränkische und württembergische Gemeinden die neue Heimat der Peuerbacher Exulanten. Einige wenige wählten den weiteren Weg nach Osten.
Der quasi enteignete Herrschaftsinhaber Christoph von Hohenfeld zog mit seiner großen Familie zunächst nach Sulzbach in der Oberpfalz. Als die Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges und der Gegenreformation auch die dortigen Einwohner bedrohten, brachten sie sich nach Wunsiedel in Oberfranken in Sicherheit, wo Christoph von Hohenfeld 1631 starb. Seine Witwe Sidonia, geborene von Zinzendorf, lebte noch einige Jahre in Wunsiedel, übersiedelte dann nach Regensburg und lebte dort bis zu ihrem Tode im Jahr 1640.

Ein bewegtes Leben hatte z.B. auch der Peuerbacher Christoph Steidlmayr. Er studierte (1599) in Wittenberg, war Pfarrer in Litschau, NÖ, dann in Frankenburg, OÖ, bis er 1624 mit seiner seine Frau und sechs Kinder vertrieben wurde. Bei der Einführung seines katholischen Nachfolgers kam es zum Aufstand und in der Folge zum berüchtigten Würfelspiel auf dem Haushamer Feld. Steidlmayr konnte 1624 noch die kleine Pfarrei Neuhaus NÖ übernehmen. In den Jahren nach der Ausweisung der evangelischen Pfarrer aus Niederösterreich im Jahre 1627 hielt er sich in Regensburg auf, wo ihm jedoch kein Dienst übertragen wurde. 1631/32 war er dann Pfarrer in Agendorf bei Ödenburg und zuletzt Pfarrer in der Stadt Ödenburg. Ein weiter Weg eines gebürtigen Peuerbachers!
(Oberösterreichische Heimatblätter 2006, Heft 3-4, S. 123-138)

Vor 1620 ist nur 1 Eintrag bekannt. 1599 siedelte sich der Schwarzfärber Abraham Meller in der Reichsstadt Weißenburg an. Die Zahlen der eingetragenen Peuerbacher Exulanten von 1620-1700 geben Auskunft, wann die meisten Peuerbacher ihre Heimat verließen. Die tatsächliche Zahl der ins Ausland geflüchteten oder vertrieben Peuerbacher liegt jedoch weit darüber.
1620-1629 46 Einträge              1650-1659 56 Einträge              1680-1689 2 Einträge
1630-1639 25 Einträge              1660-1669 27 Einträge              1690-1699 2 Einträge
1640-1649 40 Einträge              1670-1679 8 Einträge

Was hat die Leute zur Flucht bewogen?

Mit Mandat vom 4. Oktober 1624 hatte Kaiser Ferdinand H. die Ausweisung bzw. Vertreibung der evangelischen Pfarrer für ganz Oberösterreich und damit auch für unser Gebiet befohlen. Die damaligen evangelischen Pfarrer hatten innerhalb von acht Tagen Oberösterreich zu verlassen. Das war das Ende des offiziellen evangelischen Kirchenwesens in Oberösterreich, obwohl evangelische Hausgottesdienste in privatem Rahmen weiterhin stattgefunden haben. Auch geheime Reisen zum Empfang des Abendmahles nach Ortenburg in Niederbayern wie im Fall Georg Kastner bezeugt fanden statt. So blieb der Protestantismus im Verborgenen noch längere Zeit am Leben

Die bayerische Herrschaft in Oberösterreich und die strikte Wiedereinsetzung des Katholizismus im Lande ab 1625 entwickelte in der bäuerlichen Bevölkerung im Hausruckviertels einen regelrechten Hass der sich militant zu entladen begann. Um beim Beispiel Peuerbach zu bleiben, die dort stationierten bayerische Besatzungstruppen wurden am 20. Mai 1626 von aufständischen Bauern angegriffen und überwältigt, wobei auch der Markt niederbrannte. Tags darauf ging Graf Herberstorff gegen die Aufständischen vor, verlor aber die Schlacht und musste nach Linz fliehen. Dass der Krieg trotz anfänglicher Erfolge der Aufständischen mit der vollständigen Niederwerfung endete ist hinlänglich bekannt. Im Jahr 1632 erlebte Peuerbach einen weiteren aber kleineren Aufstand der Bauern.

Aber auch die evangelischen Grundherrn wurden enteignet und vertrieben. So wurde Karl Jörger 1620, als einer der Rädelsführer im Aufstand der Ob der Enns’ischen Stände gegen Kaiser Ferdinand II gefangengenommen und starb 1623 im Verlies der Veste Oberhaus bei Passau an den Folgen der Folterungen.Auch andere Familienmitglieder wurden getötet, um 1625 wurden einige begnadigt und des Landes verwiesen. Nachdem die Jörger Schloss Tollet 1620 verlassen hatten, kam es 1628 um einen Spottpreis an den Grafen Adam von Herberstorff.

Christoph von Hohenfeld zu Aistersheim, Almegg, Weidenholz und Waizenkirchen, der die Herrschaft Peuerbach 1617 übernommen hatte, stand ebenfalls zu seinem Glauben. Bereits beim Einmarsch der bayerischen Truppen in Oberösterreich 1620 wurde das Wasserschloss Aistersheim erstürmt und geplündert, die Besatzung gehängt, der Kommandant geköpft. 1625 musste Christoph von Hohenfeld die Herrschaft Peuerbach aufgeben und ging mit seiner Familie ins Exil.
Christoph von Hohenfeld zog mit Sidonia und seinen 8 Söhnen nach Sulzbach/Oberpfalz und als dieser Ort vom Feind besetzt wurde nach Wunsiedel in Oberfranken, wo er 1631 verarmt starb. Seine Witwe Sidonia, eine geborene von Zinzendorf, übernahm noch am 17. Januar 1636 eine Patenstelle in Wunsiedel. Dann übersiedelte sie nach Regensburg, wo sie am 10. April 1640 beerdigt wurde.
Auch Ludwig Hohenfelder (1576-1644), ein Bruder des Christoph, Herr auf Schloss Weidenholz bei Waizenkirchen, bezeichnete den Bauemkrieg und die Verfolgung der evangelischen Religion als Anlass für seine Auswanderung nach Württemberg.

 

Anzahl registrierter Exulanten

Im gesamten Hausruckviertel war der Protestantismus stark verbreitet und die Leute hielten an ihrer Bindung an das Evangelium fest. Die Konsequenz war Auswanderung bzw. Ausweisung. Hier können 4.080 Personen nachgewiesen werden.

Eferding und Orte im Raum südlich und östlich von Eferding: ca. 960 Exulanten
Eferding 250, Alkoven 70, Buchkirchen 60, Dörnbach 20, Hörsching 140, Holzhausen 20, Kirchberg bei Linz 100, Leonding 20, Oftering 120, Pasching 50, Schönering 50, Thening 50, weniger als 10 in Traun und Wilhering.

Peuerbach und die Gemeinden rechts der Donau: ca. 690 Exulanten
Peuerbach 220, Aschach an der Donau 80, Hartkirchen 40, Michaelnach 20, Natternbach 50, Neukirchen am Wald 55, St. Marienkirchen an der Poisenz 20, Waizenkirchen 140, weniger als 10 in Engelhartszell, Haibach, Heiligenberg, Prambachkirchen, St. Agatha, St. Thomas bei Waizenkirchen, Waldkirchen am Wesen, Wesenufer.

Schwanenstadt, Vöcklabruck und Orte im kath. Dekanat Schwanenstadt: ca. 600 Exulanten
Schwanenstadt 170, Vöcklabruck 130, Ampflwang 10, Attnang-Puchheim 50, Atzbach 50, Desselbrunn 10, Ottnang 50, Regau 70, Ungenach 30, weniger als 10 in Niederthalheim, Oberthalheim, Rühstorf, Timelkam, W ollfsegg.

Grieskirchen und das kath. Dekanat Kallham: ca. 560 Exulanten
Grieskirchen 230, Hofkirchen an der Trattnach 20, Kallham 60, Neumarkt am Hausruck 60, Pram 20, Riedau 30, Rottenbach 20, St. Georgen bei Grieskirchen 10, Taufkirchen an der Trattnach 70, Wendling 30, weniger als 10 in Dorf an der Pram, (Bad) Gallspach.

Wels und Orte im Raum Wels: ca. 380 Exulanten
Wels 210, Gunskirchen 20, Marchtrenk 40, Pichl 30, Schleissheim 10, Thalheim bei Wels 20, Wallern 10, Weißkirchen bei Wels 10, weniger als 10 in (Bad) Schallerbach (alte Pfarre Schönau bei W eIs), Krengibach, Steinbaus bei Wels.

Linz: ca. 350 Exulanten

Frankenmarkt und die Orte des kath. Dekanates Frankenmarkt: ca. 260 Exulanten
Frankenmarkt 60, Frankenburg 25, St. Georgen im Attergau 85. Vöcklamarkt 50. Weniger als 10 in Mondsee, Neukirchen an der Vöckla.. Oberwang. Pöndorf. Weißenkirchen

Schörfling und die Orte im kath. Dekanat Schörfling: ca. 150 Exulanten
Schörfling 50, Attersee 15, Gampern 25, Seewalchen 10, Unterach 15, Weyregg 20, weniger als 10 in Aurach am Hongar, Nußdorf, Steinbach am Attersee.

Gaspoltshofen und Orte im kath. Dekanat Gaspoltshofen: ca. 130 Exulanten
Gaspoltshofen 25, Haag am Hausruck 30, Offenhausen 30, weniger als 10 in Aichkirchen, Aistersheim, Bachrnanning, Geboltskirchen, Lambach, Meggenhofen, Neukirchen bei Lambach, Pennewang, Steinerkirchen am Innbach, Weibern.