Michaelnbach
  Geschichte & Chronik von Michaelnbach
   

  Michaelnbach Geo-Topographie
  Michaelnbach Ortschaften
  Michaelnbach Karten
  Michaelnbach Ortsgeschichte
  Michaelnbach Pfarrgeschichte
 
Michaelnbach
 Pfarrchronik
    - - - - Kapitel 1
    - - - - Kapitel 2
    - - - - Kapitel 3
    - - - - Kapitel 4
    - - - - Kapitel 5
 
Michaelnbach
 Pfarrer & Vikare
 
Michaelnbach
 Pfarrmitglieder 1615
 
Michaelnbach
 1. Totenbuch 1643
   
  Michaelnbach Wissenswertes
  Michaelnbach Digital-Archiv
     
  Michaelnbach Gemeindewebsite
  Michaelnbach Impressum
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
Michaelnbach Pastoralgeschichte
Abschnitt 3
Kapitel 3
Neubeginn: Glaube ist gleich Entwicklung, Fortschritt
3.1.Die Baiernzeit
Untrennbare Einheit: Gott in unserer Geschichte
Wenn wir oben bei dem Festredner die Mondseer Urkunde hernehmen, wo das Kloster die Grenzen des Besitzes umschreibt, da mag aus heutigem Gesichtspunkt der Eindruck entstehen, die Mönche waren bedacht, ihren „Reichtum“ rechtlich zu verteidigen. Natürlich haben sie ihre Ansprüche damit geltend gemacht. Aber wenn wir die vorher beschriebene Zeit tiefer bedenken, dann müssen wir gerechterweise auch sagen. Besitzen konnte erst, wer etwas schafft. Besitz behalten konnte auch nur, wer in der Lage war, ihn zu sichern. Denn Land gab es in dieser Zeit genug, nur konnten es Menschen für sich nicht „besitzbar machen“, wenn sie sich nicht in Gemeinschaften zusammenschlossen. Was nützt ein großer Wald, wenn man sein Holz nicht fällen und bearbeiten kann? – Die religiöse Entwicklung war damals eindeutig eine fortschreitende Verbesserung menschlichen Lebens und Zusammenhalts. Und genau unter dieser Wiederherstellung der Qualität in Besiedelung und Bewirtschaftung von Grund müssen wir die Tätigkeit der folgenden Perioden betrachten. Man wird anders der Geschichte nicht gerecht. Es gab für unser Land daher eine untrennbare Einheit zwischen Gott und der Geschichte. Die Europäische Geschichte ist eine Geschichte der Kirche. Natürlich waren in dieser Selbstverständlichkeit auch Fehler passiert. Die letzten Konsequenzen aus dieser vielleicht einmal zu großen Einheit „von weltlicher und Geistlicher“ Herrschaft haben wir jetzt zu tragen. Alle Fehler der Geschichte werden rasch in Zusammenhang mit der christlichen Kultur gebracht. Um sich jetzt von den Fehlern der Vergangenheit zu lösen scheint es, dass man sich vom christlichen Glauben löst. Es wirkt gerade so, als ob die Freiheit von der Religion jetzt den nächsten Schritt der Entwicklung des Menschen mit sich bringen würde. Ob diese Freiheit nicht bald wieder zur Unfreiheit wird, das wird uns die Geschichte zeigen.
„Leeres Land“
Constatnius der Bischof von Lorch hatte die Verteidigung des Landes noch aufrecht erhalten können. Nach seinem Tod aber brach sie endgültig zusammen. Nach 488 verließen sehr viele Romanen (Siedler aus der Römerzeit) das Land. Die Baiern, wie sie Kurz oben schon beschrieben hatte, füllten das Land. Siedlungsnamen mit –ing deuten auf diese Besiedelung zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert hin. Der Glaube hatte diese Zeit jedoch überdauert, nur seine Strukturen, die sehr eng an den Staat geknüpft waren, bestanden nicht mehr.
Peuerbach – ein Beispiel
Der Ort Peuerbach – mit dem Dorfnamen „Langenpeurbach“ war eine Siedlung, die auf diese bairische Besiedelung zurückgeht. Durch die Stadt fließt zwar auch ein kleiner Bach, dieser hat jedoch nichts mit dem Ortsnamen zu tun. Die Nachsilbe –bach kommt vom lateinischen Wort „pagus“ = Gegend, Dorf, Ansiedlung und das „Peuer“ gab es in unterschiedlichsten Formen und kommt von „Baier“. Das Dialektwort „Peiwba“ verrät den ursprünglichen Zusammenhang ein wenig. Der Ortsname heißt dann etwa „Baierndorf“ – Gegend, wo Baiern angesiedelt worden sind. und Langenpeuerbach – Dorf, das entlang der Straße mit Baiern besiedelt worden ist. (Vgl. Falkner, Peuerbach, die Stadt).
Die iroschottischen Mönchs- und Wandermissionare
Wanderbischöfe als erste Form
Dem vorhandenen Resten an Christen fehlte die Kraft zum Wiederaufbau einer Struktur. Wegen der geänderten politischen Verhältnisse kamen die Impulse zur Besiedelung nicht mehr vom Süden, sondern aus dem Westen. Die bairischen Herzöge aus dem Geschlecht der Agilofingern scheinen früh als ganzes Adelsgeschlecht katholisch geworden zu sein. So hatten sie die Christianisierung Bayerns sehr maßgeblich gefördert. Der Glaube war dort von den aus dem frühesten Irland stammenden Misssionaren gekommen. Übrigens auch dort war das Christentum mit den Römern hingelangt. Diese irischen Glaubensboten zeichneten sich durch ihre große Beweglichkeit aus. Sie bauten aber wenig strukturell aus. Selbst die Bischöfe dürften damals noch keinen festen Sitz gehabt haben. Man bezeichnet sie als Wanderbischöfe. Es gab zwar schon einen Bistumsplan, den der Bayernherzog Tehodo anscheinend 715 dem Papst in Rom vorgelegt hatte, weil er aber starb, kam es nicht zur Verwirklichung von diesem. Wie zu erwarten war sein Vorhaben aber nicht „rein religiös“ motiviert, sondern sollte ihm Unabhängigkeit von den franken schaffen. Vom selben Herzog war auch der von Kurz schon erwähnte Bischof Rupert beauftragt, die Verfestigung des Christentums voranzutreiben. „Im Jahr 696 rief ihn Herzog Theodo nach Bayern und stellte es ihm frei, von wo aus er wirken sollte. Rupert sollte auch, „wo immer es ihm ... gefiel, Kirchen und andere für das kirchliche Leben nötige Gebäude errichten“ dürfen. Aufgrund dieser großzügigen Erlaubnis fuhr Rupert zunächst per Schiff von Regensburg „in die Stadt Lorch“ [20]
Bestätigung der Arbeiten von Martin Kurz
Diese Einordnung in den heutigen Stand der Forschung der Diözesangeschichte zeigt uns auch, dass die Chronik von Kurz bereits in dieser auf Fakten bezogenen neueren Art der Geschichtsforschung beruht. Der Vergleich des oben Beschriebenen erweist uns dieses. Das bewegt uns dann auch mit gutem Grund anzunehmen, dass seine Arbeiten auch für jenen Detailbereich brauchbar sind, wo wir mehr in das Spezifische des Ortes Michaelnbach gelangen. Kurz ist daher als der profundeste Erforscher der Ortsgeschichte von Michaelnbach einzuschätzen. Seine Objektivität erweist sich auch in seiner exakten Sammlung der Einträge in alten Urkunden, die unseren Ort betreffen. Gerade in diesem Zeitalter, wo man vieles anhand von kleinen Hinweisen rekonstruieren muss, ist es viel Wert, Quellen zu besitzen, wo man davon ausgehen darf, dass sie nicht reine Blüten der Phantasie oder des Wunsches liefern, die dann möglicherweise sogar nicht einmal in ihrem hypothetischen Charakter als solche ausgewiesen sind. Nach dieser jetzigen Arbeit der Parallelstellung der Arbeit von Kurz mit der in der Diözesangeschichte allgemeinen Beschreibung, werden wir uns dann großteils auf die Forschungen von Kurz verlassen. Er ist auch im diözesanen Forschungsbereich anerkannt, z.B. in seiner Namensforschung von Priestern. Auch Pfarrer Florian Wimmer, soweit es aus einigen spärlichen Aufzeichnungen hervorgeht, hat diese zur Grundlage genommen.
3.2.Gebietsabzeichnungen, Kirchen- und Klösterbauten
Bonifatius mit seinen Gründungen: Klöster und Kirchen
Textfeld:  Lorch konnte sich lange behaupten, wurde aber 711/12 von den Awaren zerstört. Dieses Volk wurde östlich von Enns sesshaft und konnte erst 791 von Karl d. Großen bezwungen werden. In dieser Zeit war die Kirche im bairischen Land nicht besonders glückliche Umstände.
Von Rom beauftragt begann Bonifatius die Kirche in Baiernland zu reorganisieren. Seit 732 bekleidete er den obersten Rang Erzbischof. Als sogenannter „Apostel der Deuteschen“, wie er in die Geschichte eingegangen war, realisierte er den Plan, das Land der Baiern in 4 Diözesen einzuteilen: Regensburg, Freising, Salzburg, für die er einen Bischof geweiht hatte und Passau, wo bereits ein Bischofssitz bestand. Bonifatius hatte nicht alles neu geschaffen, sondern die alten, gewachsenen Zentren in einer Struktur mit Rom in Verbindung gesetzt. Innerhalb dieser Struktur wurde dann ein engeres Netzwerk an Klöstern und Kirchen errichtet. In dieser Zeit fallen auch die Klöstergründungen von Kremsmünster und Mattsee (777), sowie Mondsee, das sogar bereits 748 oder sogar früher entstanden ist. Diese Klöster waren dann fixe Stützpunkte, welche die planmäßige herzogliche Rodung durchführen sollten und natürlich auch die dort ansässigen Bewohner dem christlichen Glauben zuführen. Diese sollten bereits angefangene Rodungen, z.B. „slawische Rodungen“ fortsetzen und konzeptmäßig, gezielt weiterführen. Klöster mit ihrem gesicherten Land galten für die Herzoge dann auch als gewisser Grenzschutz. Klöstergründungen von Adeligen und Bischöfen waren praktisch gesehen ein Mittel, Land längerfristig zu erschließen und zu sichern.
Volkwerdungen – Werden und Vergehen
Kurz hat oben sehr deutlich aufgewiesen, wie wahrscheinlich dieses Volk der Baiern entstanden ist. Völker waren immer Mischungen, die erst durch ein längeres Zusammensein auf einem Gebiet ein Volk wurden. Gerade die Erwähnung von slawischen Rodungen zeigen an, dass hier auch andere Gruppen Arbeit geleistet hatten. Auch die Kelten waren nicht „ausgestorben“, sondern sind in eine neue Generation eingeflossen. Natürlich waren solche Zeiten immer krisenreich und mit viel Problemen begleitet. Es lässt sich nach Zinnhobler auch nicht genau sagen, was Bonifatius an den oben genannten Diözesen genau verändern wollte. Denn mit seiner Einteilung hat er nicht völlig Neues geschaffen, sondern bestehende Einheiten zusammengefügt. Er hätte dies aber nicht leisten können, wenn nicht die Wanderbischöfe und Wandermönche nicht bereits Vorarbeit geleistet hätten. Auch Völker wie die Awaren waren nicht eine Gruppe, die auf Raubzug ging, sondern sie waren unterwegs, um sich ihren Platz zu suchen. Für diese Entstehung des heutigen Kulturlandes hatten alle ihre Beiträge geleistet und ohne es genau zu planen, ohne das größere Ergebnis zu kennen, welches entstehen würde, ist ein Land gewachsen. Die vielen Unruhen, Veränderungen, Zerstörungen und der Phasen des Wiederaufbaus hatten alle ihren Beitrag geleistet, denn man heute nur in mühsamen Bruchstücken rekonstruieren kann. Manche Völker haben sich aneinandergefügt, um später wieder auseinander zu fallen und andere sind zu einem Neuen geworden.
Wer baute Kirchen?

Wenn wir von Klöstern und Kirchen in dieser Zeit sprechen, dann können wir sie nicht automatisch mit unseren Gotteshäusern vergleichen. Heute ist die Kirche in einem Ort schon seit Urzeiten da, oder der Ort ist gewachsen und errichtet sich dann eine Kirche. Damals aber haben einzelne die Kirchen auch als Art Stützpunkte gebaut: Das waren diese Wanderbischöfe für ihre Mission, aber auch Adelige hatten sich für sich und ihre Leute Kirchen errichtet. Man nannte diese auch Eigenkirchen. Der Adelige war dann auch für den Aufwand für seine Kirche zuständig, wie er auch Geistliche dorthin setzte. Ebenso verhielt es sich bei den Klöstern. So hatte dieser erwähnte Tassilo seine Gründungen, wie etwa Kremsmünster mit seinem Hochzeitskelch, dem Tassilokelch ausgestattet.

Mit dem politischen Sturz von Herzog Tassilo von Bayern zeigten sich auch auf seine Klöster Auswirkungen. Da das Kloster aber sozusagen „Mittel“ seines Wirkens war, wurde dieses wie ein Gut anderen übergeben. Kremsmünster wurde durch Karl d. Großen eine Reichsabtei und Mondsee kam über einige Umwege zur Diözese Regensburg. Dieses hat der Waizenkirchner Festredner Meindl bereits erwähnt. Waizenkirchen aber ist gerade ein typisches Beispiel für eine Eigenkirche. Sie kann als „Kirche des Watzo [21]“, eines Adeligen bezeichnet werden. Interessanterweise ist dieses „a“ in der Dialektbezeichnung bei den Weizenkirchnern noch am deutlichsten enthalten. In Peuerbach spricht man es im Dialekt eher wie den „Weizen“ aus.

it dem Auf- und Abstieg der einzelnen Besitzer war auch das Schicksal ihrer Kirchen stark verknüpft. Es gab damals viele Klöster, die heute völlig verschwunden sind. Lediglich Ortsnamen weisen noch manchamal darauf hin: -münster, -münchen, zell. Diese Form des Eigenkirchenwesens begünstigte die schnelle Ausbreitung von Kirchen im Land. Die –bach Namen waren ein typisches Beispiel jener Ausbauphase des Geschlechts der Agilofinger.

3.3.Blüte und Zerfall
Die Zerstörungen durch die Ungarn
Diese „Frühzeit“ ist geprägt von einer Reihe Aufbauphasen, die dann auch wieder dem Zerfall preisgegeben waren. So war das ganze Aufbauwerk vom 8. und 9. Jahrhundert wider gefährdet, als die Ungarn (Magyaren) viele Kirchen, Klöster und Siedlungen mit ihrem Reitervolk überfielen und in Brand legten. Manche Abteien waren dem Untergang geweiht. Sie konnten sich nie mehr erholen. Im Jahr 955 wurden diese in der Schlacht am Lechfeld besiegt. Darauf folgten Bekehrungsversuche, z. B: auch Bischof Wolfgang von Regensburg, wie Pilgrim von Passau. Letzterem gelang es dann auch. Er versuchte mit der bereits erwähnten Urkundenfälschung seine Macht auszubauen. Kühne Pläne der Aufwertung seines Bistums Passau scheiterten. Er hatte aber viel zur Strukturreform des Gebietes beigetragen. Viele vorher adelige Eigenkirchen oder Gotteshäuser anderer Missionsperioden wurden durch rechtliche Verbindungen enger an die Diözese Passau gestellt. So war es durchaus möglich, dass etwa oberösterreichische Kirchen durch die Gründung bei einem früheren Missionierungsprojekt dem Bistum Freising zugehörig war, was natürlich nicht unbedingt sinnvoll, wenn auch geschichtlich gewachsen war. Manche Gründung wäre auch aufgegeben oder dem Verafall preisgegeben worden, wenn sich nicht später jemand um sie angenommen hätte. So nimmt ja Kurz an, dass Michaelnbach eine Mondseer Gründung war, aber später rechtlich und verwaltungsmäßig näher zu seiner Diözese Passau rückt.
Erneuerungsbewegungen: Bischof Altmann von Passau

Vor allem in den Klöstern, die brauchbare Regeln entwickelt hatten, entstand ein Geist der Erneuerung. Im 11. Jahrhundert Kam es innerhalb der Beziehung zu Staat und Kirche zu einem Streit. Der Hl. Bischof Altmann war zum Beispiel durch die Königin Agnes Bischof von Passau geworden. so kam es nach einem langen Streit, dem sogenannten Investiturstreit zu Trennung zwischen politischer und kirchlicher Befugnisse. In dieser Zeit wurden in einer Reformsynode vom Papst auch einige Kirchengesetze entwickelt und eingeführt. Altmann, als Bischof mit großer Loyalität mit dem Papst strebte dann gegen den Willen seiner Priester auch den Zölibat für die Priester durchzusetzen. Altman geriet aber durch die erbosten Priester bei der Verkündigung dieses Erlasses in seiner Domkirche in derartige Konflikte, dass Dem Wunsch dieses Bischofs, der trotz Vertreibung weiter Einfluss behielt, führte mit Klöstern als Träger seiner Reformbewegung diese durch. In dieser Zeit wurde das Stift Lambach zu einem Zentrum der Reform (Auswirkungen auf Admont, Melk, St. Lambrecht, Vornbach,...). Das Ziel war eine gewisse kirchliche Unabhängigkeit von weltlicher Macht, die Klöster oft mittel zur Durchsetzung ihrer politischen Ziele verwendet hatten. Aber auch die dort lebenden Mönche oder Geistlichen waren verweltlicht, so lebten die Herren des Stiftes St. Florian bis zur Reform durch Altmann „eher wie verheiratet und auf Erwerb und Besitz“ [22] bedacht. Das Kloster St. Nikolai in Passau wurde direkt von Altmann zu diesem Erneuerungszweck gegründet. Ihr gehörte z.B. die Pfarre Grieskirchen an. Mit dem Orden der Zisterzienser war noch eine erneuernde Ordensgemeinschaft ins Spiel gekommen.

Verschiebungen und Bewegungen
Die ursprünglichen kleineren Einheiten der Seelsorge, wie etwa Eigenkirchen wurden, soweit es möglich war, enger an die Diözese geknüpft. Nicht selten gründete der Bischof in der Nähe von Klöstern oder bestehender Eigenkirchen eine ganz neue, der Diözese gehörige Gründung. Das zeigt sich oft in der Verwendung des Kirchenpatrons des „Hl. Stephanus“. Es gab jedenfalls sehr viele Verschiebungen und Bewegungen. Manche kamen von einer untergegangenen Klostergründung in die Zugehörigkeit eines anderen Klosters. Denn wie oben bereits dargestellt, erfolgten die ersten Missionsbewegungen eher unsystematisch – oft wurde das Werk, das einer begonnen hatte, von ganz anderen weitergeführt. Diese Bewegungen lassen sich im Einzelnen aber nicht mehr nachvollziehen, da es keine Aufzeichnungen gibt, wie etwa „Missionsrouten“. Im 11. und 12. Jahrhundert kristallisierte sich so etwas wie ein Pfarrnetz heraus. Erst aus dieser Zeit gibt es dann auch entsprechende Bücher von Listen vorhandener Pfarren und genauere Einteilungen von Sprengeln und Diakonaten. [23]
Erste Erwähnung Michaelnbachs als Seelsorgestelle
Martin Kurz versucht, wie oben bereits aufgezeigt, Pfarre Michaelnbach in diese gerade beschriebene Phase einzugliedern. Hier gibt es aber keine Aufzeichnungen, die uns bekannt wären, welche Gewissheit brächten, wie die Anfänge der Seelsorge an diesem Ort sich innerhalb dieser verschiedenen Prozesse entfaltet hatte. Zinnhobler untersucht in einem ausführlichen Werk diese Frage der Pfarrentstehungen [24]. Nach ihm wird Michaelnbach im 13-14. Jahrhundert, 1429, 1476 und 1633/43 erwähnt, von ihm aber nicht als Vikariat, sondern mit „P“ für Pfarre in der Gegenüberstellung geführt. Dass zu dieser Zeit andere Pfarren, z.B. Meggenhofen, Pram nur als Vikariate geführt waren, bzw. noch überhaupt nicht enthalten waren, lässt eine sehr frühe Tätigkeiten von Seelsorgern and diesem Ort als gesichert gelten. Es ist eher davon auszugehen, dass Michaelnbach früher im Vergleich mit anderen mehr Bedeutung hatte, als es heute erscheint. Eine Abhängigkeit Waizenkirchens als Filiale ist jedoch so gut wie ausgeschlossen (Vgl. Behauptung Meindl).